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"Irgendwann" Gebühren für Sportstätten

Haushalt: Grabbe ist in großer Sorge

Ahnsen (tw). "Wie sagt Winnetou? ,Mein Herz tut weh...'": Worte von Ahnsens Bürgermeister Heinz Grabbe (SPD) anlässlich der Beratungen zum Haushalt 2006. Zwar hat die Gemeinde das Jahr 2005 finanziell gut überstanden und knapp 100 000 Euro an Gewerbesteuer erhalten - aber die Rahmenbedingungen werden (auch) für Ahnsen immer schlechter.

So gehen die Einnahmen aus der Einkommenssteuer, die vor Jahren noch 260 000 Euro betrugen, auf 208 000 Euro zurück. Zwar konnte der aktuelle Etat ausgeglichen werden, "aber nur unter äußersten Anstrengungen", betont Grabbe. Folge: "Irgendwann", da sind sich alle Politiker einig, werde die Gemeinde nicht mehr umhin kommen, Beiträge für das Nutzen der Sportanlagen zu erheben. Der Unterhalt koste Ahnsen jährlich rund 8000 Euro ... Der - von beiden Fraktionen einstimmig gebilligte - Haushalt hat ein Gesamtvolumen von 480 000 Euro; davon entfallen 378 000 Euro auf den Verwaltungs-, 102 000 Euro auf den Vermögenshaushalt. In ersterem erhöhen sich die Einnahmen und Ausgaben gegenüber dem Vorjahr um 19,5 Prozent. "Der größte Teil dieser Erhöhung", so Grabbe, "resultiert aus der Mehreinnahme an Gewerbesteuer, die wir erwarten". Hauptausgaben sind Kreisumlage (188 000 Euro, 30 000 Euro mehr als im Vorjahr) und Samtgemeindeumlage (108 000 Euro, 20 000 Euro mehr als im Vorjahr). Zwar erwartet Ahnsen 2006 aus der Gewerbesteuer theoretisch 75 000 Euro, aber: "Selbst wenn diese Summe fließt, wovon ich noch nicht überzeugt bin: Durch die Umlagen, die wir zahlen müssen, verbleiben uns pro 100 Euro am Ende nicht mehr als vier bis fünf Euro", so der Bürgermeister. Zwar hat Ahnsen rund 120 000 Euro in der Rücklage, doch das soll mit Masse auch so bleiben, denn: Sollte eines Tages der Ausbau des zweiten Teilstücks der L 451 erfolgen, wird die Gemeinde laut Grabbe mit rund 150 000 Euro gefordert sein. Was sich die Gemeinde vor diesem Hintergrund 2006 gönnt, ist daher so bescheiden, dass es fast rührend anmutet: "Im Eingangbereich des Sportplatzes werden wir ein neues Fußballtor (2500 Euro) aufstellen; das alte stammt aus dem Jahr 1973 und ist so marode, dass es bald zusammenbricht", sagt Grabbe. Der größte Betrag (14 000 Euro) ist fürs Mehrzweckhaus bestimmt. Dort wölbt sich der Bodenbelag, "Sollte jemand stürzen, wäre die Gemeinde regresspflichtig", mahnt der Bürgermeister. Ergo wird der Belag ersetzt. Kommt hinzu: Nach zehn Jahren, so Grabbe, sei ein neuer Innenanstrich fällig. Dabei sollen auch gleich die 20 Jahre alten Vorhänge und Gardinen erneuert werden. Außerdem müssen einige Risse, die der Frost Straßen in Ahnsen zugefügt hat, geschlossen werden. Last, but not least wird der Anschlagkasten vorm Mehrzweckhaus, der aus dem Jahr 1968 stammt und "klemmt", ersetzt. Bleibt nachzutragen: Der Schuldenstand der Gemeinde wird sich Ende des Jahres von 40 000 auf 36 000 Euro, die Pro-Kopf-Verschuldung pro Ahnser von 34 auf 31 Euro verringern. Rechnet man die besagte Rücklage gegen, ist Ahnsen faktisch schuldenfrei. Kommentar der Fraktionschefs zum Etat, verbunden mit dem Dank an Grabbe: "Für Investitionen bleibt uns - leider - kein großer Spielraum. Und der, der noch bleibt, wird zusehens geringer", sagen Jürgen Schmökel (SPD) und Dieter Gutzeit (CDU). Daher habe die Gemeinde für das Jubiläum "750 Jahre Ahnsen" auch nur den "ganz, ganz geringen" Betrag von 1500 Euro freigegeben.

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