weather-image
Aufstallungsgebot: Veterinäramt ist rund um die Uhr ansprechbar / Naturschutzbund Rinteln: Risiko zu groß

Hände weg von toten Vögeln - lieber Notruf 112 wählen!

Landkreis (jl/r). Vom morgigen Freitag an bis zum 30. April muss das Schaumburger Federvieh wieder in die Ställe. So hat es Verbraucherschutzminister Horst Seehofer verfügt. Wer seine Hühner, Enten, Gänse, Truthähne oder Perlhühner dann noch draußen laufen lässt und keine Ausnahmegenehmigung hat, muss mit dem Einschreiten des Veterinäramtes rechnen. Dessen stellvertretender Leiter Ulf Güber hatgestern vor jeglicher Berührung von toten Vögeln gewarnt.

"Wir sind mit vier Tierärzten permanent im Außendienst. Wenn wir frei laufendes Geflügel sehen, gucken wir in unsere Datenbestände und wissen sofort, ob eine Ausnahmegenehmigung vorliegt. Wenn nicht, halten wir an und werden zunächst freundlich vorstellig", erläuterte Güber das Prozedere, das jeden Geflügelhalterin Schaumburg in den nächsten Wochen treffen kann. Das Veterinäramt setze in erster Linie auf Beratung. Nur "beratungsresistente" Geflügelhalter müssten mit Bußgeldverfahren rechnen. Beratung gibt es nicht nur bei den Kontrollen. Das in Bückeburg ansässige Veterinäramt ist "rund um die Uhr" unter der Telefonnummer (05722) 96 68 00 erreichbar. Wer dort wegen einer Ausnahmegenehmigung anruft, muss damit rechnen, dass ihm dieses verwehrt wird. "Wir werden das sehr restriktiv handhaben", sagte Güber. So habe jemand, der nach dem vorangegangenen Aufstallungsgebot für seine "20 Hühner immer noch keinen Stall hat", keine Chance auf den Sonderstatus, erklärte der Veterinär in Anspielung auf einen realen Fall. Wer die Genehmigung bekommt, muss sein Gehege so abdichten, dass das Geflügel keinen Kontakt mit Zugvögeln bekommen kann. Außerdem ist eine monatliche Gesundheitsüberwachung plus Laborkontrolle Pflicht. Ganz wichtig: Güber rät allen Bürgern, die Hände von toten Vögeln zu lassen. Stattdessen sollte die Rettungsleitstelle unter der Nummer 112 angerufen werden. Diese informiert umgehend das Veterinäramt. Geflügelausstellungen, Hähnewettkrähen und Tauschaktionen sind nach Angaben des stellvertretenden Amtsleiters bis zum 30. April verboten. Ausnahmen seien allenfalls unter größtem Vorbehalt möglich. Angesichts der Bedrohung durch die Vogelgrippe will auch der Naturschutzbund in Rinteln von seiner bisherigen Praxis abweichen, verletzte Tiere in die Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen zu bringen, schilderten Vorsitzender Nick Büscher und sein Stellvertreter Alexander Bronner. Man habe darüber im Vorstand zunächst kontrovers diskutiert, sich dann aber auf Anraten des Veterinäramtes zu dieser Lösung entschlossen. Bisher, erläuterte Büscher, sei es so gewesen, dass von Passanten oder Anglern aufgefundene verletzte Tiere, häufig Schwäne, von ihm oder Mitgliedern des Naturschutzbundes abgeholt worden seien. Ab sofort sollten Finder in diesem Fall das Veterinäramt verständigen. Auch der Naturschutzbund werde so verfahren: "Das Risiko ist einfach zu groß."

  • Bis zum 30. April muss das Schaumburger Federvieh wieder in die Ställe. So hat es Verbraucherschutzminister Horst Seehofer verfügt. Fotos: tol
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare