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Vor Gericht: Zwei Heranwachsendeüberfallen betrunkenen Rintelner (40) auf offener Straße

Geschlagen, getreten und Geld erpresst?

Rinteln (maf). Nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung in der Nordstadt müssen sich zwei junge Rintelner wegen versuchter räuberischer Erpressung vor dem Jugendschöffengericht verantworten. Staatsanwalt Frank Hirth lastet den 18 und 19 Jahre alten Männern an, in den frühen Morgenstunden des 2. April 2005 einen Passanten (40) angegriffen und mit Fußtritten und Schlägen traktiert zu haben. Außerdem soll der 19-jährige Arbeitslose von dem Opfer Geld gefordert haben ("rück' die Kohle raus").

Nach einem Kneipenbummel befand sich der betrunkene Rintelner auf dem Heimweg, als es gegen 4 Uhr zu der verhängnisvollen Begegnung mit den beiden Angeklagten kam. Die von den Rechtsanwälten Dr. Norman Inoue und Marco Vogt verteidigten jungen Leute waren nach einem Diskothekenbesuch ebenfalls stark alkoholisiert und gingen zunächst hinter dem 40-Jährigen her. Dann holten sie den Mann ein, es entwickelte sich ein Wortgefecht. Ein Zeitungszusteller, der den Vorfall beobachtet hatte, schilderte folgenden Ablauf: Der Mann sei nach einem Schlag zu Boden gefallen, stand dann wieder auf. Anschließend wurde er auf die andere Straßenseite gezerrt. "Da wurde auf das Opfer eingeschlagen und vor allem eingetreten", erinnerte sich der Zeuge. Während er den Arbeitslosen als treibende Kraft bezeichnete, stufte er den mitangeklagten Schüler eher als Mitläufer ein. Der 18-Jährige habe erst zugeguckt, dann auch mitgemacht, äußerte der Zeitungszusteller. Und der Zeitungszusteller bestätigte ebenfalls den Anklagevorwurf, dass von dem Opfer Geld verlangt wurde. Die Angreifer flüchteten zum Bahnhof und ließen das blutende und kaum ansprechbare Opfer mitten auf der Fahrbahn liegen. Von der Polizei aufgegriffen, ergaben Blutproben der beiden Angeklagten Werte von 1,4 und 1,9 Promille. Der betrunkene Kneipenbesucher konnte sich an das Geschehenüberhaupt nicht mehr erinnern: Er wachte erst später im Krankenhaus auf, wo er unter anderem mit einer Gehirnerschütterung mehrere Tage behandelt werden musste. Die Angeklagten bestritten dagegen den Vorwurf. Da noch weitere Zeugen vernommen werden sollen, setzte der Vorsitzende Richter Christian Rost die Verhandlung aus. Vermutlich im Frühjahr kommt es somit zu einer Neuauflage des Prozesses.

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