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MGV präsentiert Chöre aus Lahde und Polen

Gefeiertes Konzert im Dreierpack

Bückeburg. Als der Bückeburger Männergesangverein gemeinsam mit seinen Gästen - dem Gemischten Chor Lahde und dem polnischen Chor "Lutnia" aus Polen - das traditionelle Sommerkonzert präsentierte, gab es keinen Moment der Langeweile. Klar, dass prasselnder Beifall der Lohn für den Darbietungsreigen war.

Als Dirigentin, Pianistin und Arrangeurin in Personalunionüberraschte Olga Otkupchyk durch musikantischen Zugriff, der sowohl dem MGV als auch den Lahdenern Sicherheit und Einsatzfreude vermittelte. Los ging es mit den Sangesbrüdern, deren Durchschnittsalter die Pensionsgrenze erreicht haben dürfte. Ihrer Freude tut das keinen Abbruch, denn sie offerierten voller Elan eine hörenswerte Mischung aus geistlichen und locker-flockigen, weltlichen Werken. Olga Otkupchyk setzte auf die Gestaltungskraft ihrer Mannen. Ohne jede Verkrampfung widmete sich die Crew etwa dem "Sanctus" und "My Lord" in guter Verfassung und fühlte sich erst recht im Pop- und Unterhaltungsteil zu Hause. Die Herren verstanden es, Notenblätter von "Schlag nach bei Shakespeare", "Du kannst nicht immer 17 sein" und anderen Hits mit Humor in differenzierten Wohlklang umzumünzen. Gleiches Lob gilt dem achtköpfigen "Bückeburger Männerensemble", das sein Debüt feierte. Intonationssicher und flexibel bewegten sich zudem die von ihrer charmanten Leiterin angefeuerten Sängerinnen und Sänger aus Lahde über die harmonischen Wendeltreppen zu den Kammern von Kirche und Welt. Sie entwickelten unter anderem "O Lord", die ausladende "Kyrie" und das zarte "Vater unser" zu anschaulichen Bildern. Nach der Pause brachte die Gemeinschaft das Publikum zum Swingen, denn sie schwor dem "Entertainerrap", dem peppigen "I'm singing in the rain" oder dem krönenden I-Tüpfelchen "Manamana" die nötige Leidenschaft nicht ab. Weitere erfolgreiche Zutaten lieferten zwischendurch Schüler von Olga Otkupchyk instrumental, vokal und als Dirigent. Besondere Atmosphäre strahlten die mit großem Zuspruch bedachten Beiträge der von Szczepan Kaszynski geführten Gruppe "Lutnia" aus. Mit mannigfachen dynamischen Schattierungen interpretierte die Formation das melancholische "Ave verum corpus". Das später folgende inbrünstige "Laudate" und das ausdrucksvolle "Maria" verfehlten ihre dramaturgische Wirkung genauso wenig wie der flotte "Chachacha", die polnische Version von "Jetzt gang i an Peters Brünnele" und andere Schmankerln. Wegen eines fehlenden Programmzettels konnten die kunstvollen Lieder mit ihrem ganz eigenen Flair vom Publikum inhaltlich leider nicht entschlüsselt werden. Man hatte aber allen Grund, dieser ins Blut gehenden Vortrags-Parade trotzdem froh zu lauschen. Das Auditorium applaudierte dem entsprechend ausgelassen.

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