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Spenden aus dem Schuhhaus Niemann Cammer erreichen die Hilfsbedürftigen in Pakistan

Gebt her Eure Schuhe - Hilfe ist angekommen

Cammer. Die bei der Aktion "Schuhe für Pakistan" vom Schuhhaus Niemann gesammelten Schuhe sind jetzt unter den Menschen im schwer zugänglichen Erdbebengebiet verteilt worden.

Die Erdbebenkatastrophe am 8. Oktober 2005 in Pakistan hat mehr als 70 000 Menschen das Leben gekostet.Über 3 Millionen Menschen wurde dabei die Unterkunft ganz oder teilweise zerstört. Um schnelle und unbürokratische Hilfe zu leisten, starteten cirka 200 deutsche Schuhfachhändler ein in dieser Form bisher unerreichtes Nothilfeprojekt. Unter der Schirmherrschaft der Boris Becker und H. D. ClevenStiftung wurden bei der bundesweiten Aktion innerhalb eines Monats über 200 000 Paar Schuhe gesammelt. In den Kreisen Minden-Lübbecke und Schaumburg-Lippe wurde die Aktion vom Schuhhaus Niemann in Cammer initiiert. Philipp Niemann hatte die Bevölkerung aufgerufen "brauchbare, gut erhaltene Schuhe" abzugeben, um Menschen im Krisengebiet zu unterstützen. Zusätzlich zu den gesammelten Schuhen spendeten das Schuhhaus und namhafte Hersteller neue Schuhe. Wegen fehlender Unterstützung von internationalen Hilfsorganisationen organisierten die Fachhändler durch ihren Verein "Handel für Menschen e.V." die komplette Logistik vor Ort selbst. Der Logistikdienstleister Kühne& Nagelübernahm die Abholung der Schuhe beim Fachhandel und den Transport ins Krisengebiet. In Zusammenarbeit mit der Pakistanischen Regierung sowie der Hilfsorganisation National Rural Support Programme (NWFP) gelang die Versorgung der Menschen im zum Teil schwer zugänglichen Erdbebengebiet mit den dringend benötigten Schuhen. Elf See-Container mitüber 200 000 Paar Schuhen wurden im Januar vom Duisburger Hafen aus auf den Weg in die Krisenregion gebracht.Über Rotterdam und Karatschi erreichte die Hilfe zunächst Islamabad, wo sie im März von den Mitarbeitern des NWFP übernommen und per Lkw nach Balakot und Shangla transportiert wurde. Um auch entlegene Dörfer zu erreichen, mussten die letzten Kilometer zum Teil per Lastesel oder zu Fuß zurückgelegt werden. An den Zielorten wurden die Schuhe dankbar entgegengenommen und konnten so die Not der Menschen in den Bergen Kaschmirs zumindest etwas lindern. "Dass Hilfe wie in diesem Fall schnell und unbürokratisch ankommt, ist auch für internationale Helfer nicht immer selbstverständlich", bestätigt Dr. Asad Ali (Senior Programme Officer des NWFP) gegenüber "Handeln für Menschen". Er bedankte sich ausdrücklich bei allen Spendern und dem Schuhhaus Niemann, die durch ihren Einsatz geholfen haben, das Leid der Überlebenden zu lindern.

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