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Wolfgang Matthei berichtet, wie grüne Nachttöpfe aus Flaschenglas in die Haushalte kamen

Ganze Wagenladungen mit Glassachen gekauft

Rinteln (wm). Nachtgeschirre, erstmals veröffentlicht als "Fundstück" in unserer Ausgabe vom 17. Dezember, beschäftigen weiter die Leser: Jetzt hat Wolfgang Matthei aus Hannover die Geschichte der Nachttöpfe aus grünem Flaschenglas erzählt, deren Foto auch in unserer Zeitung veröffentlicht worden ist.

Bei diesen Nachttöpfen handle es sich um Restexemplare, die 1954 eine Verkaufsaktion "überlebt" haben. In der Nachkriegszeit, so schildert Wolfgang Matthei, habe Hansheinrich Matthei, sein Vater, einige Wagenladungen mit Glassachen der Glashütte Stoevesandt erstanden, um sie weiter zu verkaufen: "Wir wohnten damals im Hause meines Großvaters Fritz Böndel in der Klosterstraße 3. Während der Messe im Mai 1954 durfte ich als Elfjähriger in der Hauseinfahrt des Geschäftshauses Klosterstraße, damals noch eine breite Toreinfahrt, die übrig gebliebenen Teile der Wagenladungen verkaufen und damit mein Taschengeld verdienen." Neben dem Nachttopf aus grünem Flaschenglas mit Henkel habe es noch Töpfe aus Flaschenglas mit und ohne Henken gegeben, dazu zwei Sorten Wasserkrüge und große und kleine Wassergläser. Alle Glassachen seien mundgeblasen gewesen, zum Teil mit kleinen Einschlüssen, heute eine Rarität. Bis heute seien noch einige Exemplare der Glassachen auch in seiner Familie in Gebrauch, schilderte Matthei, darunter auch ein grüner Nachttopf - zweckentfremdet als Blumenübertopf.

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