weather-image
Stefan Fabick hat vier Kornnattern als Haustiere / Urlaub? Für Schlangenhalter kein Problem

Für seine Nattern gibt es nur die besten Mäuse

Nienstädt. Seine Frau ist schuld. Weil Stefan Fabick keine Lust mehr auf Aquarien und Fische hatte, schlug ihm seine Ehefrau Tanja vor, es doch mit der Terraristik zu versuchen. Jetzt wimmelt es in ihrer Wohnung von unterschiedlichsten Tieren: Katzen, Mäuse, Zwerghamster - und Schlangen. Vier südamerikanische Kornnattern schlängeln sich auf einem Holzstamm in seiner Wohnung.

Stefan Fabick kam vor einigen Jahren durch einen Baumpythonzüchter auf die Idee, Schlangen zu seinen Haustieren zu machen. Er hat Gefallen gefunden am Leben mit Nattern. So sehr, dass er mittlerweile überlegt, sich demnächst noch zwei Baumpythons zu kaufen. Da beide Arten ähnliche Bedürfnisse haben, sei es möglich, alle "unter einem Dach" zu beherbergen, erklärt Fabick. Um auch genug Platz für alle Kriechtiere zu schaffen, baut er momentan an einem neuen Terrarium, das theoretisch Platz für 30 Tiere bieten könnte. "Nur leider ist damit meine Frau nicht ganz einverstanden", zwinkert er. "Ihr reichen schon die vier Nattern." Man unterteile Schlangen, die eine Lebenserwartung von etwa 40 bis 60 Jahren haben, grundsätzlich in zwei Gruppen, erklärt der Nienstädter. "So gibt es die Würgeschlangen und die Giftschlangen. Es ist jedoch nicht möglich, dass eine Schlange beide Funktionen hat." Übrigens, fügt er hinzu, sei es offiziell gar nicht erlaubt, Giftschlangen privat zu halten. Man müsse schon eine Bescheinigung haben, um diese Tiere halten zu dürfen. "Schlangen haben außerdem den Vorteil, dass sie relativ pflegeleicht sind", weiß Fabick, der seine etwa zwei Meter langen Nattern überwiegend mit Mäusen füttert. "Zum Beispiel reicht es, wenn ich an eine Schlange etwa alle 14 Tage ein bis zwei Mäuse verfüttere. Es ist auch möglich, ihnen gleich mehrere Mäuse auf einmal zu geben und dann für drei Wochen in den Urlaub zu fahren", erklärt er. "Denn die Nattern fressen auf Vorrat." Gesagt, getan: Stefan Fabick nimmt eine lebendige Maus, die er privat züchtet, und bietet sie seinen Nattern zum Fraß an. Da die eine offenbar keinen Appetit hat, nutzt die zweite locker ihre Chance: Gekonnt schnappt sie nach dem kleinen Wesen, nur ein paar Sekunden, ein Biss - und schon ist die Maus tot. Etwa zwei Minuten dauert es, bis die Natter den kleinen Körper nach und nach verschlungen hat - der Happen ist ihr in ihrer länglichen Gestalt nicht einmal anzusehen. Satt und zufrieden schlängelt sie sich zurück auf die Baumwurzel. Auf die Frage, ob es nicht grausam sei, Mäuse an Schlangen zu verfüttern, meint Fabick, dass es für die Maus ein schneller Tod sei und sie sich nicht quälen müsse. "Kornnattern sind nun mal Raubtiere - ich würde es auch besser finden, wenn sie sich rein pflanzlich ernähren würden." Damit die Schlangen hochwertige Nahrung bekommen,legt er Wert auf gesundes Futter für die Mäuse. Gefährlich seien seine Nattern nicht, betont der Schlangenfan. Im Gegenteil, eigentlich seien sie sogar relativ zahm. Nur ein einziges Mal wurde Stefan Fabick bisher gebissen: "Als eine Natter ausgerissen ist und Kontakt mit unserer Katze geschlossen hatte." Als er sie dort wegholen wollte, biss die Natter zu. "Doch es tat kaum weh." Jetzt möchte Stefan Fabick eine Terraristik-Gruppe gründen. "Mir geht es um den Erfahrungsaustausch sowie Tipps und Tricks rund um Schlangen." Telefonisch erreichbar ist er unter (05724) 972938 .

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare