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Film- und Fernsehstar in Bückeburg für den Film "Und führe uns nicht in Versuchung" vor der Kamera

Für ein gutes Drehbuch tut Ralph Herforth alles

Bückeburg. Es kommt nicht oft vor, dass bekannte Schauspieler in Low-Budget-Produktionen auftreten. Ralph Herforth, dauerpräsent im deutschen Fernsehen - unter anderem spielte er im Tatort, Traumschiff, Die Kommissarin, Edel & Stark, Knockin' on Heaven' s Door oder SK Kölsch - ist so einer, dem der Starruhm nicht zu Kopf gestiegen ist, den ein gutes Drehbuch, in dem er seine Schauspielkunst zeigen kann, mehr interessiert als alles andere.

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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite

Jetzt hat er so ein gutes Drehbuch gefunden. Er steht derzeit vor der Kamera für den Langfilm "Und führe uns nicht in Versuchung", der im Spätherbst dieses Jahres auf den Markt kommen wird. Gedreht wird mitten in Bückeburg: im ehemaligen Residenz-Café neben dem gleichnamigen Kinocenter über einem Schnellimbiss. Anders als bei Großproduktionen auf dem Schloss hat sich - weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit - hier seit fast einer Woche das Team der Werbe- und Medienakademie Markquardt aus Dortmund einquartiert. Heute soll der Abschluss der dreitägigen Dreharbeiten mit Ralph Herforth sein. Mitte Juli kommt das Team noch einmal zurück, um auf Schloss Baum weitere Szenen wie das Versenken einer Leiche zu drehen, allerdings ohne den großen Star. "Es ist mir Glück und Freude, dass ich diesen Film machen kann", erzählt Ralph Herforth im Gespräch mit unser Zeitung: "Ein gutes Drehbuch. Als ich die Geschichte gelesen habe, war ich sofort Feuer und Flamme." Herforth spielt die Rolle eines Vaters, dessen Tochter durch den eigenen Bruder, einem Pfarrer, zu Tode kommt. Die Hauptfigur steht vor den Trümmern ihres Glaubens, zieht nach dem Kirchendiener auch seinen Bruder, von Beruf Polizist, mit in die Spirale der Schuld. Nach und nach zerbrechen zwei Familien am Tod des Mädchen. Der Vater, der in dem Todesfall seiner Tochter ermittelt, rutscht immer mehr ab, wird zunehmend unprofessionell: Schuld und Mitschuld in einer vermeintlichen dörflichen Idylle. In Bückeburg werden von morgens bis abends Szenen mit Ralph Herforth in seinem Polizeibüro gedreht. Telefonate, Ermittlungen oder Gespräche mit Kollegen. Herforth: "Jeder ist verdächtig. Mich reizt es umzusetzen, wie Formen zusammenbrechen." Viel Text hat er zu lernen. 27 Drehtage haben Regisseur René Sydow sowie die Produzenten Ulrike Lettermann und Ruben Silberling, gebürtiger Portaner, mit guten Beziehungen zur Kinofamilie Rubba, insgesamt veranschlagt. Obwohl Ralph Herforth aus Herford kommt, ist er das erste Mal in Bückeburg. "Eine schöne Stadt mit schönen Häusern und Denkmälern" stellt er fest. Lässig die Füße auf dem Geländer sitzt er auf dem Balkon über der Straße, blickt über die Fußgängerzone. "Schade, dass hier noch manches altes Fachwerk mit Zement verputzt ist." Und auch an der Stadtkirche fallen ihm sofort die beiden großen Betonrundungen rechts und links des Giebels auf. "Bausünden", befindet er: "Was war da mal drin?" Die Rückkehr in seine alte Heimat hat der leidenschaftliche Sportler Herforth genutzt, um in Drehpausen seinem Sport zu frönen. Ausgiebige Joggingrunden mit seinem Hund Lisa, auch Lilly genannt, die übrigens auch eine kleine Rolle in dem Film spielt. Außerdem stürzte sich der passionierte Drachenflieger nach langer Zeit wieder einmal von seinem Hausberg, dem Wittekindsberg, hinunter ins Tal: "Eine traumhaft schöne Landschaft."

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