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"Super gelaufen!": Rintelner managt WM-Verkehr in der Landeshauptstadt

Frage der Berufsehre? Taxifahrer halten sich nicht an die Spielregeln

Rinteln (wm). Fünf WM-Spiele in Hannover mit jeweils rund 100 000 Besuchern, das ist d i e Herausforderung für den Rintelner Verkehrsplaner Dr. Norbert Handke und sein Team vom NICC, dem Nationalen Informations- und Kooperationszentrum, gewesen. Seit gestern kann Handke wieder durchatmen und allseits Glückwünsche entgegen nehmen: Es ist super gelaufen.

Das Konzept des Handke-Teams, Autofahrer auf das Messegelände zu dirigieren und von dort aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Stadion und in die hannoversche Innenstadt zu bringen, hat funktioniert. "Das Beste für uns war, wir sind in den Medien gar nicht vorgekommen", denn: "Logisch", sagt Dr. Handke, "kein Verkehrschaos, keine Schlagzeile." Ein glücklicher Umstand sei gewesen, dass die meisten Spiele um 21 Uhr begonnen haben - also außerhalb der Hauptgeschäftszeit. Einzige "Problemgruppe" scherzte Handke gestern in einem Telefongespräch, seien die Taxifahrer gewesen, die - wie es wohl ihre Berufsehre verlangt - versucht hätten, entgegen jeder vorherigen Absprache mit dem Lagezentrum, ihre Fahrgäste so nah wie möglich an das Stadion heran zu bringen: "Diese Mentalität haben wir unterschätzt." Für Überraschungen waren auch die Busse gut - zum Spiel Spanien-Frankreich hatten Reiseveranstalter 39 angemeldet, 132 mussten schließlich "verstaut" werden. Für alle ausländischen Gäste standen in der Verkehrsleitzentrale jeweils passende Dolmetscher bereit. Alle aus Hannover, die meisten Volkshochschullehrer, berichtete Handke. Die Südkoreanerin sei sogar in Landestracht im Überwachungs- und Computerraum erschienen. Die Prognose, dass 70 Prozent aller Besucher mitöffentlichen Verkehrsmitteln, also Bus, Bahn oder Flugzeug, anreisen würden, habe sich erfreulicherweise erfüllt. Und Autos seien zumeist mit drei und mehr Personen besetzt gewesen, wie die Auswertung der Zahlen ergeben habe. Eigentlich, verriet Handke, hätte auch ein Viertelfinalspiel in Hannover stattfinden können, doch "die Vorstellung, dass zur gleichen Zeit 120 000 schwer Bewaffnete", nämlich Schützen beim hannoverschen Schützenfest, in der Stadt sind, habe die FIFA zum Umdenken bewogen: "Das Risiko war ihnen dann doch zu groß!"

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