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Fakten

15 der insgesamt 50 Mediziner am Kreiskrankenhaus Stadthagen legen heute die Arbeit nieder. DieseÄrzte nehmen zusammen mit Kollegen aus Rinteln an einer landesweiten Kundgebung in Oldenburg teil, wie der Stadthäger Krankenhausarzt Jan Löns gestern mitteilte. "Die Notfallversorgung ist aber selbstverständlich in gewohnter Qualität sichergestellt", versicherte Löns.

Es gehe ausdrücklich um eine "ernst gemeinte Botschaft an die kommunalen Arbeitgeber", erläuterte Löns. Ziel sei es, "in der Öffentlichkeit ein stärkeres Bewusstsein für unsere Probleme herzustellen - nicht aber, die Patienten zu treffen". Nur aufschiebbare Untersuchungen, Behandlungen oder Operationen würden um einen Tag verschoben, versicherte der Arzt. Die Behandlung von Notfällen und notwendige Operationen würden uneingeschränkt vorgenommen. Es sei eigens der Mittwoch ausgewählt worden, weil am Stadthäger Krankenhaus an diesem Wochentag ohnehin regelmäßig nur einer statt zwei Operationssäle in Betrieb sei. Die zentrale Forderung der Stadthäger Krankenhausärzte ist - im niedersachsenweiten Einvernehmen mit ihren Kollegen an kommunalen Krankenhäusern -, einen "eigenständigen arztspezifischen Tarifvertrag" zu erreichen. Einen solchen gibt es laut Löns nämlich seit Herbst vergangenen Jahres gar nicht mehr: "Im Grunde herrscht eineArt rechtloser Zustand." Zwischen den kommunalen Arbeitgebern und dem Marburger Bund, dem Berufsverband der Klinikärzte, herrscht darüber ein juristischer Streit. Aus der derzeit geltenden de-facto-Regelung erwüchsen gerade jungen Krankenhausärzten aber schwerwiegende strukturelle Nachteile, berichtete Löns. Des Weiteren fordern die Klinikmediziner, entsprechend des Arbeitszeitgesetzes der EU behandelt zu werden. "Unsere Dienstzeiten müssen, besonders im Interesse der Patienten, auf ein vernünftiges Maß beschränkt werden", formuliert das Löns und fährt fort: "Wir sind ja bereit, wöchentlich zwischen 40 und 60 Stunden zu arbeiten - aber erstens möchten wir die Mehrarbeit angemessen bezahlt bekommen, und zweitens muss bei 60 Wochenstunden dann aber in der Regel auch Schluss sein." Zudem gehe es um eine "deutliche Erhöhung der Vergütung", fuhr Löns fort, die aber derzeit nicht beziffert sei. Die ursprünglich im Raum gestandenen 30 Prozent Gehaltserhöhung seien dabei aber kein Thema mehr. "Zwar gibt es in unseren Reihen über das Thema Erhöhung unterschiedliche Meinungen, aber für etliche ist dieser Punktwirklich nicht der zentrale". Heute geht es laut Löns darum, den Arbeitgebern klar zu machen, "wie schlecht die Stimmung unter den Krankenhausärzten ist". Zwar sei das seiner Kenntnis nach am Klinikum Schaumburg noch kein Thema, "aber ich kenne einige Krankenhäuser in der Umgebung, die haben Probleme, überhaupt noch ihre Arztstellen zu besetzen". ssr "Ernst gemeinte Botschaft"

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