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Petra Buchmeier Bundesschützenkönigin der "Weserbergkette" / Norman Nagel Vereinskönig

"Erst wenn die letzte Wurst gegessen ist..."

Luhden / Kleinenbremen (ly). Ein König, eine Kaiserin und die jüngste Königin seit Menschengedenken: Der Schützenverein Kleinenbremen-Ost/Schermbeck und der Schützenbund "Weserbergkette" haben ihre Majestäten proklamiert. Teile von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gleichzeitig regieren muss Norman Nagel, neuer König derKleinenbremer und Schermbecker. Zur Seite steht ihm bei seiner ersten Regentschaft mit Vera Kuhlmann (15) die "jüngste Königin aller Zeiten", so Normans Vater Wilfried Nagel, der als Vereinsvorsitzender und Gastgeber beim Bundesschützenfest die Proklamation vornahm.

Am Königsschießen hatten sich 16 Schützen beteiligt. Im fünften Stechen setzte sich Norman Nagel durch. Erster Ritter wurde Werner Kuhlmann, zweiter Ritter Arno Tänzer, zugleich König der Könige. Königin der Königinnen ist Marlies Vogt, Juniorenkönig Markus Tänzer, Jugendkönigin Svenja Moser, Erster Ritter beim Nachwuchs Vera Kuhlmann und Schülerkönig Julian Varchmin. Vier Stechen hatte Petra Buchmeier aus Wülpke für den Weg zur Bundesschützenkönigin gebraucht. Ermittelt worden war die neue Königin der Königinnen, sozusagen die Kaiserin, unter den amtierenden Majestäten der sechs Vereine, die zur "Weserbergkette" gehören. Bei der Jugend wurde Max Kohlmeier (Nammen) König der Könige. Im Bund zusammengeschlossen sind die Schützenvereine Todenmann, Fülme, Eisbergen, "Bergkette" Nammen, "Waidmannsglück" Wülpke und Kleinenbremen-Ost/Schermbeck. Als Gäste dabei waren der Schützenverein Luhden und "Freie Hand" Kleinenbremen. Kaiserwetter beim Bundesschützenfest - man könnte auch sagen: Bullenhitze. Portas stellvertretender Bürgermeister Karl Erich Schmeding, einer der Ehrengäste, hatte seine ursprünglich 15 Seiten lange Rede daher um zwei Drittel gekürzt. "Mehr wollte ich euch bei dem Wetter nicht antun", meinte er. Zustimmendes Nicken. Inhaltlich präsentierte sich Schmeding dennoch streckenweise WM-tauglich. Nach mehreren Vorstößen auf das historische Feld des Schießsports vollstreckte er im Finale in unnachahmlicher Manier. "Erst wenn die letzte Bratwurst gegessen, der letzte Walzer gespielt und das letzte Fass Bier geleert ist, gehen wir nach Hause", rief Schmeding den angetretenen Vereinen zu. "Wer sich in dieser Disziplin mit uns messen will, muss sich warm anziehen." Und weiter: "Wir stehen dazu, ein eigener Menschenschlag zu sein mit eigenen Traditionen, Werten und Gewohnheiten." In den Schützenvereinen gehe es nicht um Waffenvernarrtheit oder Kampf. "Es geht um Sport." Tradition, so Luhdens Bürgermeister Hartmut Büscher, werde fortgesetzt, "und das begeistert mich". Dahinter steckt aber ein schönes Stück Arbeit. "Mit den Vorbereitungen für das Bundesschützenfest haben wir Ende letzten Jahres begonnen", erinnerte Gastgeber Wilfried Nagel.

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