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Außerordentliche Versammlung: Einstimmiges Votum für Sachverständigen-Plan

Enormer Rückhalt für den Vorstand - VTB-Mitglieder wollen Verein retten

Vom Raimund Cremers

Bückeburg. "Die VTB ist nur zu retten, wenn sie das wollen und wenn sie mitmachen. Wir brauchen heute Abend ihr eindeutiges Votum, dass sie in den nächsten vier bis sechs Wochen bei der Stange bleiben und Vorstand und Sachverständiger den Rettungsplan erarbeiten und mit den Banken abstimmen können." Eindringlich schwor der Insolvenzsachverständige Stephan Höltershinken zu Beginn der außerordentlichen Mitgliederversammlung die 86 von insgesamt 885 gekommenen VTBlern auf das ein, was im Überlebenskampf des Bückeburger Traditionsvereins unabdingbar ist. Gut eineinhalb Stunden wurde anschließend gefragt, debattiert, nachgehakt, wurden denkbare Konzepte für eine mögliche Zukunft entwickelt. Dann kam die entscheidende Abstimmung. Einstimmig hoben alle Mitglieder die Hand, standen sogar auf, applaudierten sich gegenseitig, munterten sich auf. Damit hat der Insolvenzsachverständige den Rückhalt, den er in den Verhandlungen mit den Gläubigern braucht. Wie die Rettung letztlich aussehen wird? Diese Fragen konnten weder der Vorsitzende Manfred Hohmann, noch Sozialwart Ulrich Mohr, noch der Insolvenzsachverständige beantworten. Aber es sieht nicht schlecht aus, sodass am Ende der Gespräche ein überlebensfähiger Verein stehen könnte, der - in die Zukunft gerichtet - Sport und Jugendarbeit betreiben kann. Die Aussage Mohrs - "Wir könnten am Ende im Prinzip schuldenfrei dastehen" - quittierte Höltershinken zwar mit einem heftigen Kopfschütteln. Kopfnicken von Höltershinken erntete aber ein Mitglied für die Aussage: "Der Verein wird mitüberschaubaren Schulden weiterleben." Vorher hatte Höltershinken gesagt, dass die Banken zu erheblichen Zugeständnissen bereit seien. "Sie wollen unter bestimmten Umständen verzichten, und zwar endgültig." Der Verein könne entschuldet in die Zukunft gehen. Die neue VTB wird diese Zukunft dann aber ohne den alten Vorstand in Angriff nehmen. Der gesamte Vorstand wird nach Zustimmung des Rettungsplans seineÄmter niederlegen, Hohmann etwa nur noch für das Amt des Oberturnwarts zur Verfügung stehen. Sozialwart Mohr forderte alle Mitglieder auf, in sich zu gehen, wer bereit sei, Ämter und Verantwortung zu übernehmen. Potenzielle Kandidaten beruhigte Höltershinken damit, dass sie für die Altschulden des Vereins keine Haftung zu übernehmen hätten, der alte Vorstand wohl übrigens auch nicht. Der Vorstand wies vor allem die Spartenleiter darauf hin, dass durch Spenden und Beiträge der Sportbetrieb der VTB bis August gesichert sei. Auch für die Auszahlung von Gehältern und Übungsleiterhonoraren stehe Geld zur Verfügung. Derzeit bestehe für keine Sparte Anlass, zu einem anderen Verein zu wechseln. Allerdings haben offensichtlich die Leichtathleten bereits Nägel mit Köpfen gemacht, obwohl einige Eltern erklärten, dass sie mit dem Wechsel ihrer Kinder zu einem anderen Verein nicht einverstanden seien.

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