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Brigitte und Heinrich Spannuthübergeben im März die Buchhandlung Scheck an Kerstin Schulte

Endlich lesen, was man mag - nicht, was man muss

Bückeburg (bus). Auf die Frage, was Buchhändler im Ruhestand machen, bleiben (unabhängig voneinander) weder Brigitte Spannuth noch deren Ehemann Heinrich lange eine Antwort schuldig. "Endlich die Bücher lesen, die ich lesen möchte und nicht die, die ich lesen muss", kommen die Bescheide rasch und unzweideutig, gerade so, als hätten sie seit Jahren griffbereit im Regal gelegen. Die Lieblingsbücher müssen nicht mehr lange warten: Am 1. März übergeben Spannuths die traditionsreiche Buchhandlung Scheck an Kerstin Schulte.

Als Ursprung der heute im Haus Lange Straße 67 beheimateten Handlung gilt die am 1. März 1935 von Ingeborg Winkelmann an der Schulstraße eröffnete "Neuzeitliche Leihbücherei Bückeburg". 1944 übernahm dort Magdalena Scheck, eine Schwester der Gründerin, die Regie, erweiterte mit Ehemann Hugo das Angebot um Zeitschriften- und Bücherverkauf und nahm einen Lesezirkel ins Programm auf. Über eine Zwischenstation an der Langen Straße 12 (Umzug im Juli 1955) bezogen die Händler 1965 das heutige Domizil. Zwei Jahre darauf trat die Sortimentsbuchhändlerin Brigitte Spannuth in die Firma Scheck ein. Weitere zwei Jahre später war aus der einstigen Leihbücherei eine vollwertige Sortimentsbuchhandlung geworden. Die Geschäftsführung wechselte 1969 zu Heinrich Spannuth, der die Handlung im März 1980 kaufte. "Ohne das beruflicheKönnen meiner Frau hätte ich das alles nicht geschafft", unterstreicht der Inhaber. Die Verabschiedung in den Ruhestand erfolge mit den berühmten "weinenden und lachenden Augen". "Aber wir glauben", sagt das Ehepaar, "dass 47 Jahre als Buchhändler nun genug sind". DieÜbergabe der Firma falle umso leichter, da mit Schulte eine langjährige Mitarbeiterin die Verantwortung übernehme. "Kerstin Schulte ist uns der Garant, dass der Standard hoch bleibt und die Buchhandlung in bewährter Weise fortgeführt wird", sind die Experten einer Meinung. Die neue Inhaberin wird das Geschäft mit dem bisherigen Mitarbeiter-Team fortführen. Am Bewährten, versichert der Ex-Scheck-Azubi (von 1994 bis 1997), werde nur sehr behutsam gerüttelt. Geplant ist eine Sortimentserweiterung (Hörbücher), das Einrichten einer Leseecke und das Bereitstellen einer Online-Bibliographie. Außerdem wird die Buchhandlung Scheck vom 1. März an durchgehend von 9 bis 18 Uhr geöffnet sein. Weitere Details sind am Sonnabend, 4. März, in Erfahrung zu bringen, wenn das Team von 9 bis 13 Uhr zum Sektempfang lädt.

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