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Adolfinum braucht zehn weitere Klassenräume / Heute berät der Kreis-Schulausschuss

Eine Erweiterung ist noch längst nicht genug

Bückeburg (rc). Noch nicht einmal ein halbes Jahr ist es her, dass das Gymnasium Adolfinum neun allgemeine Klassenräume und zwei Gruppenräume in Betrieb nehmen konnte. Die damalige Erweiterung auf dem alten Gebäude in den Hofwiesen war aber nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein: Die ohnehin grassierende Raumnot konnte nur gelindert, aber nicht behoben werden. Denn zeitgleich zur beschlossenen und erfolgten Erweiterung in den Hofwiesen wurde in Niedersachsen mit Schuljahrsbeginn 2004/2005 die Orientierungsstufe abgeschafft. Seitdem haben alle Gymnasien wieder fünfte und sechste Klassen - und das Adolfinum hat neue Raumprobleme.

Denn die fünften und sechsten Klassen können nur in einer Außenstelle des Adolfinums am Unterwallweg - der ehemaligen Orientierungsstufe - unterrichtet werden. Seitdem werden dort rund 340 Schülerinnen und Schüler in fünf fünften und fünf sechsten Klassen unterrichtet. Täglich sind 50 Lehrer des Adolfinums zwischen Hauptstelle und Filiale unterwegs, um dort zwischen zwei bis sechs Stunden Unterricht zu geben. "Ein unhaltbarer Zustand für Lehrer, aber auch Schüler, auch aus pädagogischen Gründen. Wir brauchen dringend einen weiteren Erweiterungsbau", sagte Rektor Wilhelm Gieseke im Gespräch mit unserer Zeitung. Nach der Schulstrukturreform hätten sich die Schülerzahlen so stabilisiert, dass in Bückeburg mit einer konstanthohen Nachfrage zu rechnen sei. Nun müsse noch einmal erweitert werden. Entsprechende Anträge seien vor einem halben Jahr nach einem entsprechenden einstimmigen Beschluss der Gesamtkonferenz an den Kreis Schaumburg als Schulträger bereits gestellt worden, so der Rektor. Am heutigen Donnerstag könnten nun erste Weichen für die Realisierung gestellt werden. Denn heute kommt der Schul-und Berufsschulausschuss des Kreises zusammen, um unter anderem auch über den Antrag des Adolfinums zu diskutieren. Schlecht stehen die Chancen für das Adolfinum nicht, da dem Kreis klar ist, dass Handlungsbedarf besteht. Bereits bei der Einweihung der ersten Erweiterung des Adolfinums im September des vergangenen Jahres hatte Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier auf ein 17,5 Millionen Euro umfassendes Programm verwiesen, mit dem alle Schulen des Landkreises in den kommenden fünf Jahren auf den erforderlichen Raumstatus gebracht werden sollen. Der Landrat damals: "Da kommt also noch einiges auf uns zu. Auch auf das Adolfinum ..." Was auf das Adolfinum zukommen soll, weiß dessen Rektor schon ziemlich genau. Geht es nach seinen, aber auch den Wünschen des Kollegiums, sollte der Anbau verwirklicht werden, der seinerzeit bei den Planungen zur ersten Erweiterung den ersten Platz im Architektenwettbewerb errang. Nach den Vorstellungen des hannoverschen Architekturbüros Nieberg sollte 2003 ein eigener Baukörper im Bereich Kreissporthalle und Wäldchen gebaut und damit der Außenraum zwischen Schule und Sporthalle neu gegliedert werden. Durch die "Quer-Transparenz" des Gebäudes sollte eine Ensemble-Wirkung erzielt, der nah gelegene Schlosspark einbezogen und besser wahrgenommen werden. Der Baukörper selbst sollte aus acht identischen Grundelementen bestehen, die durch dazwischen gesetzte Glaskörper miteinander verbunden werden sollten. Aus Kostengründen hatte sich der Kreis 2003 für die Umsetzung des zweiten Preises entschieden: das Aufstocken der Ostterrasse des alten Baukörpers.

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