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Mindener Schüler drehen Kurzfilm im Dr.-Faust-Hallenbad / Kleinenbremerin spielt die Hauptrolle

Ein Mädchen stürzt ins Wasser und ertrinkt ...

Bückeburg. Dramatische Szenen im Hallenbad: Ein junges Mädchen stürzt vom Beckenrand ins flache Wasser des Nichtschwimmerbereichs und treibt anschließend bewegungslos an der Wasseroberfläche. Andere Badegäste werden aufmerksam, sind aber ratlos. Was ist geschehen? Ein Unfall? Ein makaberer Scherz? Nein, nichts von alledem. Das "Ertrinken" der jungen Frau ist weder ein Unglücks- noch ein Notfall, sondern vielmehr eine sorgsam eingeübte Filmszene ...

Die Badegäste, die das dramatische Geschehen völlig hilflos beobachten und kommentieren ("Was hat sie denn nur? Warum bewegt sie sich nicht mehr?" "Ach, die tut bestimmt nur so ...") sind Statisten, engagiert von einem dreiköpfigen Schüler-Team, um für die Ertrinkungsszene ihren Mann und ihre Frau zu stehen. Anja Rietenberg (17), Heiko Hallmann (18) und Tanja Betz (18) vom Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg Minden hatten sich das Hallenbad als Drehort für ihren Kurzfilm ausgesucht. Das Filmprojekt war eines von zahlreichen Aktivitäten der kaufmännischen Schule im Rahmen ihres Projektunterrichts. Als zentrales Thema war den Schülergruppen der Slogan "Was wäre, wenn ..." vorgegeben worden. Anja Rietenberg, Heiko Hallmann und Tanja Betz hatten daraus die Handlung für ihren Kurzfilm entworfen. Genaueres wollten sie dazu zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht verraten: "Es sind nämlich konkurrierende Teams von unserer Schule in Bückeburg unterwegs", so Tanja Betz, "und die dürfen den genauen Inhalt unseres Films nicht erfahren". Ihre Bitte an die Bückeburger Bäder GmbH um eine Dreherlaubnis wurde trotz des heiklen Themas - kein Schwimmbad wünscht sich verständlicherweise einen echten Notfall - positiv beschieden. "Wir unterstützen solche kreativen Aktivitäten von Schülern natürlich", erklärte Bäder-Betriebsleiter Erik Rechenberg. Mitgebracht hatten die drei Mindener Schüler neben Drehbuch und Ideen ihr technisches Equipment, nicht jedoch die zu verunglückende Person selbst. Die fand sich in Gestalt der 15-jährigen Luisa Sassenberg aus Kleinenbremen, die sich spontan dazu bereit erklärte, für das Mindener Filmteam auf möglichst dramatische Weise ins Wasser zu fallen. Auch zahlreiche andere Kinder und Jugendliche waren auf Nachfrage der Mindener Jungfilmer sofort Feuer und Flamme, um als Statisten ebenfalls auf den Speicherchip gebannt zu werden. Anja Rietenberg selbst schlüpfte mit schwarzem Badedress in die Rolle einer Rettungsschwimmerin, Tanja Betz verkörperte einen weiteren Badegast. Auf das Ergebnis ihrer Bemühungen werden die Bückeburger Wasser-Darsteller allerdings noch eine Weile warten müssen. Erst im Mai findet im Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg Minden die Präsentation der einzelnen Projektergebnisse statt, somit auch der im Bückeburger Hallenbad gedrehte Film. Bis dahin wird das von den dreiMindener Schülern gedrehte Material so sorgsam gehütet wie ein neuer James-Bond-Film vor seinem offiziellen Kinostart: top secret!

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