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Homepage "www.badeilsen4u.de" ist im Netz kaum zu finden / Sparzwang: Samtgemeinde aktualisiert Seite nicht mehr

Eilsen im Internet: Suche nach der Nadel im Heuhaufen

Eilsen. Sie ist gut gemacht - aber kaum zu finden: Wer im Internet nach der Homepage der Samtgemeinde Eilsen forscht, begibt sich auf die Suche nach der Nadel im Heuhaufen: Ganze 558 Besucher haben seit 26. April 2004 "www.badeilsen4u.de" aufgerufen. Das ist wenig - zumal zahlreiche "Klicks" auch noch vom Autor dieser Zeilen stammen. Doch wer die Adresse nicht kennt, hat ein Problem.

Beispiel: Wer in "Google", Branchenprimus unter den Suchmaschinen, "Samtgemeinde Eilsen" eintippt, klickt sich anschließend buchstäblich die Finger wund. Zwar stößt er - nach Lektüre von 25 Einträgen - auf Seite drei der Google-Abfrage auf "badeilsen4u.de". Aber: Ruft er den Eintrag auf, findet sich unter der Überschrift: "Die Samtgemeinde Eilsen - eine Idylle im Grünen" lediglich ein Miniaturfoto der Tuffsteinquelle und ein fünfzeiliges Kurzporträt. Auch der auf dieser Seite platzierte Link führt nicht etwa auf die Homepage der Samtgemeinde, sondern auf die der Gemeinde Bad Eilsen: "www.bad-eilsen.de". Ganz schlecht: Auf der Homepage der Gemeinde, dieübrigens bei der Google-Suche ("Bad Eilsen") als erster Eintrag auftaucht, also im Internet brillant platziert ist, fehlt jedweder Hinweis auf "www.badeilsen4u.de". Das ist um so schwerer zu verstehen, als die "Regierungssitze" von Samtgemeindebürgermeister und Bürgermeister nur einen Steinwurf voneinander entfernt liegen. "Doch (auch) in der virtuellen Welt ist die Kluft offensichtlich unüberbrückbar ...", frotzeln Kenner der Szene. Sieübersehen dabei eines: Die Samtgemeinde macht auf ihrer Homepage sehr wohl mit einem Tourismus-Link auf "Bad Eilsen" für die Gemeinde Reklame. "Das Problem, dass die Samtgemeinde im Internet nur für Eingeweihte zu finden ist, ist uns bekannt", erklärt Heinz Wischnat auf Anfrage. Der Eilser Verwaltungschef: "Das ,4u.de'- Projekt geht auf eine Initiative des Niedersächsischen Städte-und Gemeindebundes zurück, der wir uns damals angeschlossen haben." 4u-Portale gibt's seit Herbst 1998 in Niedersachsen (120 Teilnehmer) und Nordrhein-Westfalen; diejenigen in Niedersachsen werden von den Kommunen betrieben. Die Idee dahinter: Die Internet-Angebote werden mit der von einer GmbH in Essen bereit gestellten Technik von der jeweiligen Kommunalverwaltung aufgebaut und gepflegt. Zusätzliche Features stehen für örtliche Initiativen und Unternehmen zur Verfügung. Auf diese Weise sollen kommunale Plattformen entstehen, auf denen sich die Beteiligten mit ihren Leistungen (virtuelles Rathaus, Formular-Server, Shop-Systeme, Lieferservice) präsentieren können. Doch das Finden der Homepage der Samtgemeinde "www.badeilsen4u.de" im Internet ist nur das eine Problem. Das andere: Die Seite wird inzwischen nicht mehr aktualisiert. "Wir mussten aus Kostengründen die Pflege unserer Internet-Präsenz leider einstellen", bedauert Wischnat. Der Mitarbeiter, der früher "30 bis 40 Prozent seiner wöchentlichen Arbeitskraft" auf sie verwendet habe, habe entlassen werden müssen. Eilsens Verwaltungschef: "Angesichts des Sparzwangs konzentrieren wir uns darauf, unsere Pflichtaufgaben gut zu erledigen. Die Pflege einer Homepage gehört nicht dazu." Daran werde sich auf absehbare Zeit auch nichts ändern. Und das ist schade. Denn - einmal im Netz "aufgespürt" - könnte "www.badeilsen4u.de" Bürgern und Gästen viel bieten. So gibt es ein nach dem Alphabet sortiertes wenn auch unvollständiges Branchenbuch. Gibt es Hinweise auf die Aktivitäten der Wehren und Vereine. Unter der Überschrift: "Was erledige ich wo?" erhalten Bürger Infos zu Ansprechpartnern im Rathaus. In den Kinderschuhen stecken geblieben ist dagegen die "Einkaufspassage Bad Eilsen". Ein Angebot zum Online-Shopping, mit dem die Samtgemeinde ursprünglich "dem Ausverkauf des ländlichen Raumes begegnen" wollte, wie Wischnat erklärt. Zwar lässt sich ein Fragezeichen dahinter setzen, ob die Eilser Geschäfte diese Passage überhaupt füllen könnten. Aber: Der Idee nach soll(t)en auf diesem Teil der Eilsen-Homepage Betriebe, die ihr Gewerbein Eilsen angemeldet haben, zum Mietpreis von 15 Euro pro Monat ein virtuelles "Schaufenster" dekorieren und die Möglichkeit bieten, Waren über das Internet zu bestellen. Doch wie heißt es auf "www.badeilsen4u.de" seit Jahr und Tag? "Diese Einkaufspassage enthält momentan noch keine Shops. Schauen Sie doch später noch einmal vorbei!"

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