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Vor Gericht: Diebin drohen jetzt 19 Monate Haft / Kleinlautes Bekenntnis: "Ich wollte die Geldbörse zurückgeben"

Dreister geht's nicht: Bewährungshelferin beklaut

Bückeburg (ly). Vor dieser Frau ist anscheinend nichts und niemand sicher: Sogar ihre Bückeburger Bewährungshelferin hat eine wiederholt vorbestrafte Diebin (40) aus Rinteln jetzt bestohlen. "Eine Person, die ihr helfen wollte", so Staatsanwalt Dieter Liese, der von einer "außerordentlichen Dreistigkeit" spricht, "die ich so noch nicht erlebt habe". Beute: eine Geldbörse mit 60 Euro, Ausweisen und Karten.

Auch vor dem Hintergrund eines langen Vorstrafenregisters, in dem allein neun Eintragungen wegen Diebstahls stehen, fiel das Urteil des Amtsgerichts Bückeburg gegen die ehemals drogensüchtige 40-Jährige nun deutlich aus: Amtsrichter Armin Böhm verhängte sieben Monate Haft und folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. "Noch 'ne Bewährung und noch 'ne Bewährung?", fragte Richter Böhm eher rhetorisch, um die Antwort selbst zu geben: "Irgendwann ist Schluss. Ich sehe keine günstige Perspektive." Falls die Entscheidung, gegen die noch Berufung möglich ist, rechtskräftig wird, muss die Rintelnerin womöglich länger als sieben Monate ins Gefängnis. Darüber hinaus droht nämlich der Widerruf mehrerer Bewährungen, die zusammen noch einmal ein Jahr Freiheitsstrafe ergeben. Ihre Situation dürfte der 40-Jährigen im April vergangenen Jahres klar gewesen sein. Dennoch nutzte sie beim ersten Gespräch eine kurze Abwesenheit der Bewährungshelferin in deren Bückeburger Büro, um in die Handtasche der Frau zu greifen. Anschließend hatte es die Diebin auffallend eilig. Mit den Worten "Mir ist schlecht, ich muss an die frische Luft" verließ sie den Tatort. Etwa einen Monat später kam es zu einer Hausdurchsuchung, bei der unter anderem die Papiere der Bewährungshelferin gefunden wurden. Das Geld hatte die Täterin bereits ausgegeben. Vor Gericht hat die Angeklagte bis zuletzt beteuert, die Geldbörse nicht gestohlen, sondern vielmehr vor dem Haus gefunden zu haben, im strömenden Regen und auf dem eiligen Weg zum Bus. Erst daheim will sie gesehen haben, wem das Portemonnaie gehört. "Ich wollte es zurückgeben", versicherte die 40-Jährige.

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