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Abi-Konzert bietet Gangsta-Rapper, Ententanz, türkische Laute, arabischen Flamenco und Tüll-Ballett

Die Trümpfe "Frohsinn" und "Humor" stechen

Bückeburg. 13 Jahre Schule müssen richtig Spaß machen. Nimmt man den Elan und die pure Freude am Spiel, mit dem die Schüler des diesjährigen Abiturjahrganges am Gymnasium Adolfinum ihr Abi-Konzert gestaltet haben, zum Maßstab, dann müssen die zurückliegenden Schuljahre eine ziemliche launige Angelegenheit gewesen sein.Charmant moderiert von Florian Hirt und Johanna Harms, präsentierte der Abi-Jahrgang 2006 ein unterhaltsames und vielseitiges Programm, in dem eindeutig die Trümpfe Frohsinn und Humor stachen. Der Publikumsandrang sorgte, wie schon bei den Abi-Konzerten der Vorjahre, verkehrstechnisch für einen mehrstündigen Ausnahmezustand rund um die Lulu-von-Strauß-und-Torney-Straße.

Den Startschuss setzten Sergej Wagner und Lukas Russmann, die als waschechte Gangsta-Rapper ihr geschafftes Abi besangen. Klassisches Ballett präsentierte Johanna Deppe, lyrische Töne schlug Luisa Kratochvil am Klavier mit Mozarts d-Moll-Fantasie an. Herrlich albern durfte es beim Ententanz zugehen, anschließend führte der Jahrgang zu Will Smiths "Switch" eine zündende Tanz-Choreographie auf. Abi sei zu schaffen, wenn man nur daran glaubt, kündigte Florian Hirt den Auftritt des Chores mit "When you believe" an, einem Song von Mariah Carey und Whitney Houston aus dem Film "Prinz von Ägypten". Mediterrane Klänge offerierte Hasan Umutlu auf der Baglama, der türkischen Laute. Richtig orientalisch wurde es dann beim arabischen Flamenco mit Johanna Harms, Katharina Duscha und Helena Weinberger, dem Helena Weinberger mit einem waschechten Bauchtanz noch eins drauf setzte. Nachdem im vergangenen Jahr dieÄrzte aus Berlin die Vorlage für den Abi-Song lieferten, mussten diesmal die Alt-Punk-Kollegen aus Düsseldorf herhalten. Aus "Kein Alkohol ist auch keine Lösung" von den Toten Hosen machten die Bückeburger Abiturienten "Kein Abitur ist auch keine Lösung". Dominik Thom und Markus Matthäi erwiesen Metallica mit "Mama Said" die Ehre. Zum Kreischen komisch durfte es dann wieder bei der Hiphop-Battle werden, die urplötzlich in ein Männerballett in rosa Tüll ausartete. Noch gnadenloser knöpften sich die "Back 5" alias Sebastian Schefzyk, Karim Ben Mansour, Walter Schmidt, Maximilian Fischer und Alexander Neufeld das Gehabe all jener unerträglichen Boy-Groups von Take That über Caught in The Act bis zu den Backstreet Boys und Us 5 vor. Nach zwei Beiträgen der Band krönte der Abi-Jahrgang 2006 sein Konzert mit dem Song, der 1979 wie kein anderer zur Hymne der Auflehnung von Schülern gegen ihre Lehrer avancierte: Pink Floyds "Another Brick in the Wall".

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