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Fledermäuse: 15 Arten leben in unserer Region, allein sieben davon im Stollen des Kleinenbremer Bergwerks

Die mopsigen Kunstflieger halten jetzt Winterschlaf

Kleinenbremen (ly). Gesehen hat sie bisher keiner. Aber gehört. Einmal soll die kleine Fledermaus mit dem Hundenamen durch Rufe auf sich aufmerksam gemacht haben. Noch hegt Sandra Meier, Diplom-Landschaftsökologin aus Minden, leise Zweifel. Ausschließen will die ehrenamtliche Fledermaus-Beauftragte im Kreis Minden-Lübbecke aber nicht, dass die vom Aussterben bedrohte und daher äußerst seltene Mopsfledermaus, die auf der "Roten Liste" weit oben steht, in Porta Westfalica vorkommt.

Als sicher gilt, dass die Flächengemeinde mit den fliegenden Säugern "ganz gut gesegnet ist", so Sandra Meier. In Deutschland gibt es 22 Arten (weltweit rund 900), davon etwa 15 in Porta. Allein im Verladestollen des Kleinenbremer Besucherbergwerks seien sieben Arten nachgewiesen worden. Kein Wunder also, dass der nordrhein-westfälische Landesfachausschuss Fledermausschutz für sein jüngstes Jahrestreffen das Museum für Bergbau und Erdgeschichte in Kleinenbremen gewählt hatte. Schließlich flattern durch Porta weitere Raritäten wie Bechsteinfledermaus, Großes Mausohr und Teichfledermaus. "Darauf kann man stolz sein", sagt Meier. Als gefährdete oder bedrohte Arten geschützt sind sie alle, manche besonders. Fledermäuse belauschen: Möglich macht's ein so genannter Bat-Detektor, der die Ultraschall-Rufe der nachtaktiven Flattermänner in niedrigere Längenwellen umwandelt, die für das menschliche Ohr hörbar sind. Dank Ultraschall können die kleinen Kunstflieger sich auch im Dunkeln orientieren und dabei sogar Insekten erbeuten. So ausgefeilt die Jagdtechnik ist, so zurückhaltend agieren Fledermäuse bei der Fortpflanzung. Die meisten Arten bringen pro Jahr nur ein Jungtier zur Welt, manche Zwillinge. Dafür ist die Lebenserwartung für ein Säugetier dieser Größe mit bis zu 30 Jahren umso höher. Das Weibchen wird übrigens gern im Winterquartier begattet und zuvor durch zärtliche Nackenbisse halbwegs aufgeweckt. Zurzeit befinden sich die Portaner Fledermäuse im Winterschlaf, bevorzugt in den Stollen von Weser- und Wiehengebirge, wo sie in großen Gruppen kuscheln. Ab März oder April können etwa Kleinenbremer Naturfreunde dann vor allem die daumengroße Zwergfledermaus wieder beobachten, die zwar in jede Streichholzschachtel passen würde und soviel wie drei Gummibärchen wiegt, gleichzeitig aber beachtliche zehn Zentimeter Spannweite aufweist. Zum Schutz von Fledermäusen kann übrigens jeder beitragen. Sandra Meier: "Privatleute können im Garten heimische Gehölze anpflanzen und Teiche anlegen, Landwirte möglichst wenig Insektizide verwenden."

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