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Nach dem Lkw-Brand bricht das Chaos aus / 70 000 Liter Wasser verbraucht / Zweiter Lkw-Unfall Stunden später

Der Verkehr staut sich auf 17 Kilometern Länge

Auetal (rnk). Noch bis tief in die Nacht stauten sich die Fahrzeuge, die nach dem Brand des Lastwagens mit Anhänger (wir berichteten) von der Autobahn umgeleitet wurden. In großen Teilen des Auetals, aber auch in Deckbergen und Steinbergen, ging es Stoßstange an Stoßstange zuweilen nur im Schritttempo.

Dabei war die Autobahnpolizei aus Garbsen vor Ort noch zuversichtlich. Zwei Stunden, so schätzten die Einsatzbeamten, werde es dauern, dann könne die durch den quer über drei Spuren liegenden Lkw verursachte Vollsperrung aufgehoben werden. Es dauerte dann doch länger: Um 16.41 Uhr wurden die Wehren alarmiert, um 3.48 Uhr in der Nacht wurde laut Polizeiprotokoll die Bergung abgeschlossen und die Vollsperrung aufgehoben. Lastwagen waren zu dieser Zeit nicht mehr auf der Autobahn, erklärt Jürgen Menke, stellvertretender Ortsbrandmeister in Rehren: Um 21.10 Uhr wurde für 45 Minuten die linke Spur geöffnet, um rund 150 wartende Lastwagen durchzulassen - dann habe man auch den Rücken frei und könne besser arbeiten, so Menke. Erst danach konnte das Autohaus Bredemeier mit zweiTiefladern an die Aufräumungsarbeiten gehen. Zu arbeiten hatten zuvor auch die Mitglieder der beiden Stützpunktwehren Rolfshagen und Rehren sowie die Feuerwehren aus Hattendorf, Escher, Bernsen, Steinbergen, Deckbergen und der Lebenshilfe Rinteln mehr als genug. Vor allem die Lebenshilfe und die Rintelner Wehren hätten sich mit ihren beiden Tanklöschfahrzeugen als große Hilfe erwiesen, betonte Menke gestern. Denn die Versorgung mit Wasser gestaltete sich schwierig. Die Hattendorfer Wehr legte von der Bernser Landwehr eine so genannte "lange Wegstrecke",über die Wasser gefördert werden konnte, als zentrale Stelle für die Wasserentnahme diente der Sportplatz Buchholz, wo die Tanklöschfahrzeuge aufgetankt wurden. Rund 70 000 Liter Wasser (und 1200 Liter Schaum) haben die Wehren laut Menke bei diesem Einsatz verbraucht - auch, weil die Gefahr eines Böschungsbrandes gebannt werden musste. Ralf Kopczinsky, stellvertretender Auetaler Gemeindebrandmeister und Einsatzleiter, hätte gerne früher mit den Löscharbeiten begonnen, aber "wir brauchten gut zehn Minuten, um von der Notauffahrt Deckbergen bis zur Brandstelle zu kommen. Es war alles dicht." Die nächsten Feuerwehrwagen dirigierte Kopczinsky dann über die Abfahrt Bad Eilsen zur Unfallstelle - mit Gegenverkehr war ja nicht mehr zu rechnen. Dass sich die Autos und Lkw im Auetal stauten, hatte verschiedene Ursachen. So wurde auf der Umleitungsstrecke an der Bernser Landwehr eine Spur für die Arbeit der Feuerwehr gesperrt. Und wenige Stunden später rasten ganz in der Nähe - zwischen Lauenau und Rehren - zwei Lastwagen ineinander. Ein Fahrer war mit seinem Lkw unvermittelt vom Standstreifen auf die Autobahn eingeschert. Ein zweiter Lastwagen fuhr ungebremst auf. Wie die Polizeimitteilte, wurde einer der beiden Fahrer bei der Kollision eingeklemmt und schwer verletzt. Auch bei diesem Unfall staute sich der Verkehr auf mehreren Kilometern. Insgesamt hatte der Stau eine Gesamtlänge von 17 Kilometern. Gegen 17.40 Uhr wurde von der Polizei damit begonnen, den Verkehr von derAutobahn über die Abfahrt Rehren zu lenken. Und dabei hatten die Autofahrer an diesem Tag das erste Mal richtig Glück: Die Durchfahrt in Rehren in Richtung Bernsen ist nicht mehr ampelgeregelt. Auch die tatsächliche Bergung von Lkw und Anhänger gestaltetet sich schwierig und damit zeitaufwändig. Sie mussten in einzelne Teile auseinander geschweißt werden und wurden in diversen Containern und mit Tiefladern abtransportiert. Auch wenn die im Stau stehenden Auto- und Lastwagefahrer diese Einschätzung vielleicht nicht teilen würden, so waren die Führungskräfte der Auetal Wehren gestern zufrieden mit ihrem Großeinsatz: "Schnell und zügig" hätten die Wehren die Unfallstelle abgebaut, formulierte es Rüdiger Teich als Chef der Feuerwehr Rolfshagen. Letzte Frage: Wissen die Wehren eigentlich, was da brennt, wenn sie zum Einsatz kommen? Menke: "Wir informieren uns vor Ort." Dieses Mal konnte schnell Entwarnung gegeben werden: Auf dem Anhänger waren mehrere Tonnen Brot geladen. Der Schaden wird von der Polizei auf rund 113 500 Euro geschätzt - 110 000 Euro für LKW, Anhänger und Ladung, der Rest für ist für die niedergewalzte Seitenleitplanke.

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