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Reservisten-Empfang in Meinsen: Journalist referiertüber SFOR

"Das Misstrauen zwischen den Volksgruppen sitzt noch tief"

Meinsen/Warber. Großer Andrang im Feuerwehrgerätehaus: Beim traditionellen Neujahrsempfang der Reservistenkameradschaft Meinsen/Warber/Rusbend hat Vorsitzender Oberfeldwebel d.R. Dirk Wehrmann außer vielen Gästen aus der Region mit dem ehemaligen Weitspringer und ZDF-Journalisten Michael Sauer sogar einen echten Olympiateilnehmer als Referenten begrüßen können. Dennoch war nicht der Sport das Thema des Referenten, sondern der Auslandseinsatz der Bundeswehr auf dem Balkan. Als Oberst der Reserve und Vizepräsident des Reservistenverbandes verschaffte er sich dort ein eigenes Bild von der Lage.

Als wahrscheinlichältester Reservist der Armee im Einsatz, so die Selbsteinschätzung Sauers, verbrachte der 63-Jährige vier Monate beim Deutschen SFOR-Kontingent in Bosnien-Herzegowina. In seiner Funktion als Leiter der Presseabteilung konnte er sich einen guten Überblick über die Situation im Land verschaffen.Wie es sich für einen gelernten Fernsehjournalisten gehört, brachte er seine mitunter auch ernsten Eindrücke locker und leichtfüßig unter das Publikum, in dem der Landtagsabgeordnete Dr. Joachim Runkel, Bückeburgs Vizebürgermeister Jürgen Harmening, Ortsbürgermeister Rudi Beier, zahlreicheEinwohner und Reservisten gespannt zuhörten. "Keinen Schritt weg von der Straße" - so laute eine eiserne Regel für die Einsatzkräfte, so Sauer. Im Gelände lägen noch immer Millionen von Minen, die wöchentlich Opfer forderten. Die Räumung laufe schleppend, da niemand genau wisse, wo diese verlegt worden seien. Viele Waffen aller Kaliber seien noch im Umlauf. Sauer weiß: "Das Misstrauen zwischen Serben, Kroaten und Bosniern sitzt noch tief." Bei der Jugend sei aber schon der Drang zu Wohlstand und einem Leben ohne belastende Auseinandersetzungen festzustellen. Trotz aller, auch wirtschaftlichen Probleme, sei eine positive Gesamtentwicklung festzustellen, die Grund zur Hoffnung gebe. Dennoch, so Sauers Einschätzung, sei die Stationierung ausländischer Truppen noch auf Jahre hin notwendig

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