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SPD-Ortsverein Bad Eilsen kürt Kandidaten / Fünf Neue auf der Wahlliste

Das gab's selbst bei Honnecker nicht: 100 % Ja-Stimmen für alle Bewerber

Bad Eilsen (tw). Zwei Wahlen, zwei Mal 100 Prozent Zustimmung: "Solche Ergebnisse", schmunzelt Wahlleiter Günter Stühm, "wären selbst in sozialistischen Staaten selten". Minuten zuvor haben die 13 stimmberechtigten Mitglieder des SPD-Ortsvereins Bad Eilsen im Haus des Gastes in geheimer Abstimmung und im Beisein von Heinz Grabbe und Oliver Keller ihre Kandidaten für den Rat der Gemeinde sowie der Samtgemeinde nominiert.

Bei fünf der neun Mitglieder, mit denen die Genossen am 10. September im Kurort antreten, handelt es sich um "neue" Gesichter: Marina Gromzik (48, Listenplatz 3), ist die Tochter von Samtgemeinderatschef Heinz Grabbe, lebt seit eineinhalb Jahren in Bad Eilsen und ist mit der Partei groß geworden. Uwe Zander (37, Listenplatz 4) ist Vize-Vorsitzender des Ortsvereins, von Beruf Fuhrunternehmer und lebt seit sechs Jahren im Kurort. Sozialverbandschef Rolf Everding (54, Listenplatz 7) saß als Parteiloser bereits für die SPD im Rat; er ist ein "waschechter" Bad Eilser. Der gleichfalls parteilose Björn Müller (32, Listenplatz 8) arbeitet als OP-Krankenpfleger in Stadthagen. Manfred Kühn (60, Listenplatz 9) war bis vor kurzem "Polizeichef" des Badeorts und ist ebenfalls ohne Parteibuch. Auf eigenen Wunsch nicht mehr auf der Liste: Ratsfrau Bettina Winkelhake, der andere Ämter für diese Arbeit keine Zeit mehr lassen. Als "Zugpferde" und mutmaßliche Selbstgänger ganz vorne platziert: SPD-Fraktionschefin Christel Bergmann (Listenplatz 1) und Vize-Fraktionschef Hans-Jürgen Winkelhake (Listenplatz 2). Im Mittelfeld der Liste: Rainer Hanke (Listenplatz 5) und Peter Buschmeier (Listenplatz 6), die gleichfalls zwei "alte Hasen" sind. Für das Aufstellen der Liste gibt's ein dickes Lob von Buschmeier an Winkelhake: "Du", sagt der Ortsvereinsschef, "hast die Truppe maßgeblich mit ausgesucht". Müller zum Beispiel ist ein Nachbar Winkelhakes, wurde von ihm bei einem Gespräch am Gartenzaun geworben. Einstimmiges Votum des Ortsvereins auch bei den Kandidaten für den Samtgemeinderat. Die Platzierung in der Reihenfolge der Plätze: Hannelore Stühm, Christel Bergmann, Hans-Jürgen Winkelhake, Peter Buschmeier (zweiter Versuch), Rainer Hanke (zweiter Versuch) und - neu - Manfred Kühn. Als Kandidatin für den Kreistag empfiehlt der Ortsverein ebenso einmütig Hannelore Stühm. Schön für Oliver Keller, SPD-Kandidat um die Wischnat-Nachfolge im Amt des Samtgemeindebürgermeisters: Der Ortsverein Bad Eilsen steht geschlossen hinter ihm; als Buschmeier um ein - symbolisches - Votum der Mitglieder bittet, heben sich alle Hände für den Krainhäger. Als der Ortsvereinschef dieZustimmung für SPD-Landratskandidat Heinz Gerhard Schöttelndreier abfragt, bietet sich das gleiche Bild. Gegen Ende der Versammlung nutzt Keller - "Ich bin zwar ein Newcomer, dafür aber unvoreingenommen" - die Gelegenheit, sich und sein Programm den Mitgliedern vorzustellen; über das Programm berichtete die Landes-Zeitung bereits in der gestrigen Ausgabe. Wer indes meinen sollte, der Krainhäger werde es bei der Kommunalwahl schwer haben, weil der Eilser Boden für ihn "terra incognita" sei, den belehrt Keller im Haus des Gastes augenzwinkernd eines Besseren: "Krainhagen", so der Kandidat, "liegt noch näher an Bad Eilsen als Luhden oder Buchholz."

  • Uwe Zander
  • Rolf Everding
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