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Caravan-Refugium: Heeßer Rat sagt "Ja", "Aber" und "Nur, wenn..." / Bedingung: Zufahrt via Bahnhofstraße

"Da weiß man nie, wann die an- und abfahren"

Heeßen/Bad Eilsen (tw). Der Rat Heeßen unter Vorsitz von Bürgermeister Wilhelm Brümmel (CDU) sagt im Bereich der Remise Ja zu einer gemeinsamen Bauleitplanung mit Bad Eilsen - aber nur, wenn die Zu- und Abfahrt zu dem künftigen Caravan-Platz mit seinen bis zu 39 Stellplätzen (wir berichteten) über die Bahnhofstraße erfolgt. Näheres soll auf einer Gemeinschaftssitzung mit den Bürgervertretern des Kurortes geklärt werden. Diese - einstimmige - Entscheidung hat "Heeßen" während der jüngsten Ratssitzung getroffen; allein Vize-Bürgermeister Kai Alack (SPD), der, ohne "Bad Eilsen" zuvor gehört zu haben, solche Vorbedingungen nicht stellen mag, enthielt sich der Stimme.

Hintergrund: Bad Eilsen ist seit dem Kauf des Remisen- und Gärtnereigeländes von der früheren LVA zwar Eigentümer der Gesamtfläche, kann seine Caravan-Pläne ohne das O.K. der Nachbargemeinde aber nicht wie in dem Entwurf von Thomas Zerner (ILE-X, Bückeburg) gezeichnet verwirklichen; denn ein Großteil des Areals (ab dem verrohrten Bachlauf) ist Heeßer Territorium. "Das Hauptproblem ist die Zuwegung - und da gibt's unterschiedliche Ansichten", macht Gemeindedirektor Heinz Wischnat bereits zu Beginn der Sitzung deutlich. Deutlich wird aber auch SPD-Fraktionschef Manfred Schönenborn, auf dessen Bestreben die obige Vorbedingung - die Zu- und Abfahrt über die Bahnhofstraße - maßgeblich zurückgeht: "Grundsätzlich sehe ich für Heeßen keine Vor-, sondern nur Nachteile." Bestehe Bad Eilsen nämlich statt dessen auf einer Zuwegung über die Wiesen- in Verlängerung der Schulstraße, dann, glaubt Schönenborn ähnlich wie Gerhard Hasse (WGH), gehe der Wohnmobil-Verkehr vor allem zu Lasten von Kindergarten und Grundschule. Das sieht Landschaftsplaner Zerner - bedingt - ähnlich: "Die Wohnmobilisten müssten, um auf den Platz zu kommen, in der Tat an beiden vorbei." Aber, so der Ingenieur, "viel Verkehr wird dort nicht fließen - vielleicht zehn bis zwanzig Mobile zusätzlich pro Tag." Eine Auffassung indes, die Kai Alack nur bedingt gelten lassen mag: "Viele Wohnmobilisten sind Rentner. Die sind an keine Zeiten gebunden; da weiß man nie, wann die an- und abfahren." Wischnat indes sieht's anders: "Wohnmobile, die auf der Schul- in Richtung Wiesenstraße unterwegs sind, werden dort sogar für eine Beruhigung des Verkehrs sorgen", meint der Gemeindedirektor. Denn die Caravans würden es Pkw-Fahrern künftig unmöglich machen, vor Kindergarten und Schule wie bisher aufs Gas zu drücken. Wie auch immer. Rückendeckung erhalten die Politiker von Zerner. Der Planer hält eine Zu- und Abfahrt der Reisemobile über die Bahnhof-, nicht aber über die Wiesenstraße, für sinnvoll. "Ihre Fahrer sehen so schon bei der Ankunft viel von Bad Eilsen, können sich gut orientieren." Selbst eine Abfahrt vom Platzüber die Wiesenstraße mache aus deren Sicht keinen Sinn: "Das würde die Wohnmobilisten nur verwirren." Außerdem würden bei einer Zuwegung im Bereich Wiesenstraße dort gleichfalls "irgendwann einmal" vorgesehene Wohnbauflächen verloren gehen. Übrigens: Zerner rechnet auf einem Caravanplatz im Herz von Bad Eilsen, gegen den das Amt für Wasserwirtschaft beim Landkreis nichts einzuwenden habe, mit einem "eher langen" Aufenthalt der Gäste. Konkret: "Bis zu zwei Wochen." Die jüngsten Überlegungen gehen ferner davon aus, im Gebäude der alten Gärtnerei auch Duschen, WCs und Münzwaschmaschinen zu installieren. Der ursprünglich angedachte Bolzlatz, aber auch die Skaterbahn werden dagegen nicht mehr favorisiert. Der Geräuschpegel wäre - gerade auch mit Blick auf die benachbarte Bückeberg-Klinik - zu hoch.

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