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Generationswechsel in Luhden: Vorsitzender Konrad Voigt tritt ab

"Conny" gibt nach 30 Jahren beim LSV das Ruder aus der Hand

Luhden (sig). Vor einem Generationswechsel steht der Luhdener Sportverein bei seiner nächsten Jahresversammlung am heutigen Freitag, 10. Februar. Der Mann, der den Verein von der ersten Stunde an geleitet hat, will abtreten. Konrad Voigt, von Freunden nur "Conny" genannt", macht nach 30 Jahren Schluss. Es sind Vernunftsgründe, die ihn zu diesem Schritt veranlassen, denn zum "altenEisen" gehört der 65-Jährige bestimmt noch nicht. Neuer Vereins chef soll Stephan Olms werden.

"Man muss sich dann verabschieden, wenn man sein Haus gut bestellt und einen geeigneten Nachfolger gefunden hat", meinte Konrad Voigt im Gespräch mit unserer Zeitung. Und beides könne er für sich in Anspruch nehmen. Der scheidende Vereinsführer ist "durch und durch" Luhdener. Sein Elternhaus steht an der Klippenstraße. Dort erblickte er auch im August des Jahres 1940 das Licht der Welt. In seinen jungen Jahren war der spätere LSV-Chef Fußballer. Im Gegensatz zu heute gab es nach dem Zweiten Weltkrieg im Dorf einen Fußballverein. Er hieß VfB Luhden-Bad Eilsen. Gespielt wurde in Steinbergen, wo die Engländer einen Sportplatz errichtet hatten. "Zu jener Zeit waren wir noch mit Fahrzeugen mit Holzvergasermotoren unterwegs", erinnerte sich Konrad Voigt. Das Ende der Luhdener Fußballer kam, als das britische Hauptquartier der Royal Air Force von Bad Eilsen nach Mönchengladbach verlegt wurde und die ausländischen Mitspieler wegzogen. Konrad Voigt ging danach zum TuS Kleinenbremen, später zum TSV Steinbergen und nach seiner Heirat zum SV Engern. Später wurde er Schiedsrichter bis hin zur Landesliga. In seiner letzten Begegnung leitete er 2003 ein Spiel der Schalker Traditionsmannschaft in Rinteln. SeineÄra als Vereinsführer begann 1975, nachdem die Luhdener Sporthalle entstanden war. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits über ein Jahrzehnt hinweg einen Tischtennisclub, der im Gasthaus Thies spielte und trainierte. Genau dort kam es zur Gründung des Luhdener SV und zur Auflösung des vorherigen Tischtennisclubs. Durch den Neubau bot sich die Möglichkeit, Volleyball, Gymnastik, Kinderturnen und andere Hallensportarten aufzunehmen. Zur gleichen Zeit begann dazu im Ort die Erfolgsgeschichte der Sportarten Volkswandern und Laufen, für die Wanderwart Fritz Schmidt verantwortlich zeichnete. Auch die Triathleten verschafften sich weit über den Kreis hinaus einen Namen. Zehn Jahre später kam Tennis dazu. Nachdem eine zunächst als Unterkunft verwendete Baubude aus Hannover durch Brandstiftung vernichtet worden war, entstand andieser Stelle in Eigenarbeit ein festes Vereinsheim. Auch dabei legte der LSV-Chef kräftig mit Hand an. Er sorgte außerdem dafür, dass neben der Sporthalle ein Blockhaus entstand, das vorher in Detmold abgebaut werden musste. Es gab nicht viele Aufgaben, bei denen man auf den Rat und die Mitarbeit des Vorsitzenden verzichtete, in dessen Amtszeit sich die Mitgliederzahl verzehnfachte. "Ich konnte mich auf treue Weggefährten verlassen", sagt Konrad Voigt bescheiden. Dazu gehörte vor allem der Sportwart Rolf Günther, der ebenfalls von Anbeginn dabei war. Wichtige Unterstützung erfuhr er auch durch die örtlichen Bürgermeister, allen voran Heinrich Brüggemann, und durch den Gemeindedirektor und heutigen Samtgemeinde-Bürgermeister Heinz Wischnat. Über drei Wahlperioden hinweg gehörte Konrad Voigt übrigens auch dem Gemeinderat an.

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