weather-image
Irritationen zwischen Pachtinteressentin Kallikat und Deutscher Bahn / Zu hohe Mietforderungen

Chaos um Ticketverkauf: Wer ist jetzt am Zug?

Rinteln (ur). Eine unendliche Geschichte: Noch immer tut sich nichts in Sachen Fahrkartenverkauf am Rintelner Bahnhof. Dabei fand bereits vor rund drei Wochen ein klärendes Gespräch zwischen dem regionalen Stationsmanagement der Bahn, Vertretern der Stadt Rinteln und der Reisebürokauffrau Britta Kallikat aus Obernkirchen mit dem Ziel statt, eine Entscheidung über die Nutzung von Teilen des derzeit leerstehenden Bahnhofs herbeizuführen.

"Als Stadt waren wir von Anfang an daran interessiert, diesen Prozess positiv zu begleiten", erläuterte dazu Stadtrat Jörg Schröder. "Schließlich gehört es zu einer vernünftigen Grundversorgung der Bürger, dass sie in Rinteln Fahrkarten auch für solche Zugverbindungen erwerben können, die über den Nahverkehr hinausgehen." Die Stadt hatte zudem ihre Hilfe bei der Baubetreuung für eventuelle Umbauarbeiten angeboten und darüber hinaus eine Expertise zur ortsüblichen Gewerbemiete in dieser Lage zur Verfügung gestellt: "Wir hatten auch den Eindruck, dass von beiden Seiten Interesse besteht, auf dieser Grundlage einen Vertrag abzuschließen." Inzwischen fragten wir mehrfach bei der Pachtinteressentin nach dem aktuellen Stand der Mietverhandlungen, wurden dann aber darauf verwiesen, dass sie immer noch keinen Vertagsentwurf der Bahn in den Händen halte. Auf Rückfrage bei der BahnGesellschaft DB Station& Service wollte die mit der Vermietung der Rintelner Immobilie befasste Mitarbeiterin Lilli-Annett Borowsky-Isert keine konkreten Angaben machen, sondern verwies auf die Pressestelle des Unternehmens. Von dort erfuhren wir schließlich, dass man bei der Bahn nur noch auf ein definitives Mietangebot seitens der Interessentin warte: "Danach werden wir unmittelbar einen Mietvertragausarbeiten!" Britta Kallikat sieht allerdings nicht sich, sondern die Bahn am Zuge: "Ich warte weiterhin auf Nachricht von meiner Ansprechpartnerin, der Frau Borowsky. Bei der Bahn dauert das offenbar immer seine Zeit." Zumindest wissen beide Seiten jetzt, dass unterschiedliche Vorstellungenüber den Ablauf existieren. Inzwischen soll die Bahn ihrerseits einen Vorschlag zur Miethöhe gemacht haben, der aber wohl wesentlich von der ermittelten Vergleichsmiete nach oben hin abweicht. Schröder dazu: "Ich würde Frau Kallikat empfehlen, die Miethöhe aus der Expertise mit der dazugehörigen Erläuterung daraus als Mietangebot einzureichen. Vermutlich hat die Bahn zunächst sehr schematisch einen Preisvorschlag ermittelt, der für Rinteln in dieser Lage nicht angemessen erscheint." Angesichts des anhaltenden Leerstands, dessen Ende zu den jetzt von der Bahn ins Spiel gebrachten Konditionen in absehbarer Zeit kaum abzusehen ist, bleibt zu hoffen, dass eine für beide Seiten akzeptable Lösung gefunden wird - schließlich haben die Bahnkunden einen berechtigten Anspruch darauf, nicht weiter vom Fahrkartenkauf abgehängt zu werden. Und das müsste sicher auch im Interesse der Bahn sein.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare