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Großrettungshubschrauber soll in Achum stationiert werden / Fliegende Intensivstation für Norddeutschland

Bundeswehr von Bückeburg aus im WM-Einsatz

Bückeburg. Die Bundeswehr soll auch von Bückeburg aus zur Fußball-Weltmeisterschaft eingesetzt werden. Geplant ist, einen von zwei Großrettungshubschraubern des Typs CH-53 während der WM in Achum zu stationieren. Das geht aus einem unserer Zeitung vorliegenden Bericht des Verteidigungsministeriums hervor. Demnach hat das Ministerium die "technische Amtshilfe" der Bundeswehr im Grundsatz bereits gebilligt. Die Heeresflieger in Achum bestätigen, dass ein Einsatz geprüft wird.

Laut Bericht des Ministeriums sollen 2000 Soldaten der Bundeswehr bei der WM zum Einsatz kommen, vor allem Sanitäter. Am Spielort Kaiserslautern ist der Betrieb eines Rettungszentrums mit notfallchirurgischem Schwerpunkt geplant. Zum Einsatzvorschlag des Ministeriums gehören auch zwei Großrettungshubschrauber vom Typ CH-53, die in Laupheim (bei Ulm) und in Bückeburg bereitgehalten werden sollen. Derzeit ist keine GRH-Version des Transporthubschraubers CH-53 in Achum stationiert. Während der WM sollen die beiden Großrettungshubschrauber - fliegende Intensivstationen, die jeweils sechs Schwerverletzte aufnehmen können - "raumdeckend" zum Einsatz kommen, das heißt im gesamten Bundesgebiet. Von Bückeburg aus sollen im Ernstfall die Spielorte Hamburg, Hannover, Dortmund, Gelsenkirchen, Köln, Berlin und Leipzig angeflogen werden. In Achum wird die Umsetzung der Pläne bereits geprüft, eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, erklärt Stabsoffizier Dirk Brandt. Die Heeresfliegerwaffenschule müsste einen Hallenplatz bereitstellen und für die technische Wartung der Maschine sorgen. Auch in Bosnien waren die mobilen Krankenhäuser der Bundeswehr im Einsatz. Binnen 30 Minuten kann die CH-53 tagsüber in der Luft sein, um Verletzte aufzunehmen und sofort zu behandeln. Darüber hinaus soll der WM-Einsatz der Bundeswehr die Bereitstellung von ABC-Abwehreinheiten zum Schutz vor atomaren, biologischen oder chemischen Kampfstoffen, Leistungen des Fuhrparks, einen mobilen Tower für den Flugplatz Stuttgart und die Öffnung von Kasernen für rund 5900 Polizisten umfassen.Die Nato stellt Awacs-Aufklärungsflugzeuge für die Luftraumüberwachung zur Verfügung. Die Pläne gehen über die ursprünglichen Vorstellungen von Verteidigungsminister Franz Josef Jung hinaus, bleiben aber hinter den Forderungen von Innenminister Wolfgang Schäuble zurück, der Soldaten auch zum Objektschutz einsetzen wollte. Da die Bundeswehr nicht als Exekutivorgan mit Zwangsbefugnissen tätig werden soll, stehe dem Einsatz "die verfassungsrechtliche Position der Streitkräfte nicht entgegen", heißt es im Bericht des Ministeriums an die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses. Die von Bundes- und Landesbehörden beantragten rund 100 Unterstützungsleistungen entsprächen, wenn auch in größerem Umfang, der bislang praktizierten Zusammenarbeit und seien als Amtshilfe zulässig.

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