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CDU: Alles wartet auf Sassenberg / SPD: "Schäfer nicht zu jung" / Grüne: Erst müssen SPD und CDU nominieren

Bürgermeister-Wahl: Erst wird ein Termin gesucht

Obernkirchen. Wenn Horst Sassenberg in diesen Tagen als Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes seine Mitglieder anschreibt, dann nicht, um ihnen mitzuteilen, ob er für das Amt des hauptberuflichen Bürgermeisters kandidieren wird oder wann dieser Bürgermeister gewählt werden wird. Sassenberg möchte erst einmal wissen, wer von den Mitgliedern denn überhaupt kandidieren möchte. Mit vier Kreuzen können sie ihre Wunschziele maximal markieren: Ortsrat, Stadtrat, Kreistag - oder eben auch Bürgermeister der Bergstadt.

Neben den Kandidaten fehlt zudem ein Wahltermin. Weil die Amtszeit von Stadtdirektor Wilhelm Mevert erst am 31. März 2007 endet, sind verschiedene Szenarien denkbar. Der Gesetzgeber schreibt die Wahl des Bürgermeisters spätestens sechs Monate vor dem Ende der Amtszeit des Stadtdirektors vor. Die Wahl kann ausnahmsweise allerdings bis zu drei Monate später oder früher als vorgeschrieben stattfinden, wenn dadurch die gemeinsame Durchführung mit einer anderen Wahl ermöglicht wird. Damit käme auch eine Zusammenlegung mit den allgemeinen Kommunalwahlen in Betracht, die am 10. September 2006 stattfinden. Der Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung vor dem Weihnachtsfest die Abstimmung vertagt, im Verwaltungsausschuss soll das Thema in der nächsten Woche erneut behandelt werden. Hinter der Zurückstellung verbargen sich auch strategische Wahlüberlegungen. Mindert es die Chancen der jeweiligen Top-Kandidaten für das Bürgermeister-Amt, wenn zugleich der Stadtrat gewählt wird? Steigen die Wahlchancen, wenn bei einer zweiten Wahl deutlich gemacht wird, dass nur der wichtige, weil auf acht Jahre hinaus die Weichen stellende hauptberufliche Bürgermeister gewählt wird? Aber ist es dem Wähler überhaupt zu verdeutlichen, warum er innerhalb weniger Wochen zwei Mal zum Urnengang gerufen wird, umüber - nebenberufliche und hauptberufliche - Bürgermeister abzustimmen? Bleibt die Frage der Kandidaten. CDU, Grüne und SPD halten sich zurück, zumindest die CDU hat angekündigt, in diesem Monat ihren Vorschläge für die Kandidatur zu präsentieren. In der Bergstadt wird allgemein Horst Sassenberg genannt, der demnächst 62 Jahre wird und bis zum 68. Lebensjahr das Amt ausüben könnte. Sassenberg mochtesich auf Anfrage nicht äußern, wollte weder bestätigen noch dementieren. Immerhin: Entscheiden soll über den Kandidaten eine CDU-Mitgliederversammlung des Stadtverbandes. Durchaus vorstellbar, dass weitere - weil jüngere - Kandidaten ihren Hut in den Ring werfen und es auf eine Kampfabstimmungankommen gegen Sassenberg lassen. Auch die SPD wird die Stadtverbandsmitgliederüber den Kandidaten abstimmen lassen, wahrscheinlich werde man Ende März/Anfang April den oder die Namen nennen, erklärt Wilhelm Mevert als Vorsitzender des Arbeitskreises Wahlen. Dass der als Favorit gehandelte Stadtverbandsvorsitzende Oliver Schäfer vielleicht ein bisschen jung für das Bürgermeisteramt wäre, wie Sassenberg es in der letzten Ratssitzung nicht ohne Süffisanz unterstellt hatte, will Mevert nicht gelten lassen: "Wir treten als SPD auch als Team an und werden unseren Kandidaten nach einer Wahl sicher den Rücken stärken." Der jetzige Stadtdirektor sei bei seiner Wahl 36Jahre alt gewesen - beileibe kein Methusalem-Alter, meint Mevert. Bei den Grünen, so Ratsherr Thomas Stübke, werde im März auf einer Versammlung entschieden, ob ein Kandidat aufgestellt und wer dies sein werde. Eine Frage, die abhängig von der CDU und auch der SPD beantwortet werde, erklärt Stübke: "Wir warten ab, was CDU und SPD machen - und reagieren dann." Bei derCDU ist diese Vorgehensweise bekannt: Stübke hat es der Mitte-Sprecherin Beate Krantz bei der Eiswette mitgeteilt.

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