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Wanderungen auf den historischen Grenzen im Schaumburger Land

Begrenzte Heimat: Hobbyhistoriker erforscht Zollstationen und Natur

Bad Eilsen. Im Sommer 2004 haben Fritz Winkelhake und seine Lebensgefährtin Elfriede Stuckert erstmals bewusst die immer noch sehr gut erhaltenen historischen Grenzsteine zwischen den früheren selbstständigen Ländern Lippe und Schaumburg entdeckt. Nach und nach entstand der Wunsch, einmal die gesamte Länge der historischen Grenzen abzulaufen.

Grenzwälle und -gräben, gewaltige Relikte der ehemaligen Landwehren, frühere Zollstationen und Schnatwege haben sie seither erkundet, dabei über 300 Kilometer zurückgelegt und mehr als 200 uralte Grenzsteine entdeckt. Die Landwehren im Schaumburger Wald gingen die beiden ab. Landwehranlagen bei Bad Nenndorf, im Haster Wald, im Süntel, bei Pötzen, im Deister, an der Klus bei Röcke, in den Rehburger Bergen und bei Winzlar wurden inspiziert. Alte Dreiländerecke machte man ausfindig bei Mesmerode, Schermbeck und Goldbeck. Ehemalige Grenz- und Zollstationen wurden fotografiert. "Die eigentlichenÜberraschungen sind die neben den Pfaden gelegenen Natur-Kleinode: herrliche Aussichten, seltene Wildblumenvorkommen, darunter versteckte Standorte von Orchideen, schroffe Felsgebilde mit Höhlen und Felsklüften, Wasserfälle und Kaskaden in den Bergbächen, verfallene Stollen und Schächte der Steinkohlenvorkommen, aufgelassene Kalksteinbrüche, von der Natur zurückeroberte Sandsteinbrüche, Moore, idyllische Waldseen und Teiche, seltene Baumbestände in den Wäldern. Begegnungen mit Anliegern sorgten für neue Erkenntnisse, brachten spannende, bisher unbekannte Sagen, Geschichten und Dönekens aus der Grenznähe und führten wieder zu neuen "Forschungen". Noch konnten Fritz Winkelhake und Elfriede Stuckert nicht alle bei den Wanderungen entstandenen Rätsel lösen. Es gilt, noch unbekannte Wappen auf den Grenzsteinen zu bestimmen, Geschichtsdaten einzuordnen, den Grenzverlauf im früheren Amt Lachern und Bokeloh zu finden und uralte Grenzen in Schaumburgs Nachbarschaft zuzuordnen. Die Weitergabe der vielen unbekannten Wander-Ziele, die von den Hobbyhistorikern entdeckt wurden, könnte in einer Fotoausstellung, einem Vortrag oder einem Bildband mit Rundwandervorschlägen den Schaumburgern vorgestellt werden. Sollte es Wanderfreunde geben, die ähnliche Exkursionen gemacht haben und dabei auf überraschende Schönheiten und seltene Kleinode gestoßen sind, könnte man sich zusammentun und gemeinsam das schöne Schaumburg vorstellen. "Austauschbörse": Fritz Winkelhake, (0 57 22) 45 13.

  • Grenzstein zwischen Lippe und Grafschaft Schaumburg im Wald bei Goldbeck.
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