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Astrid Semler will Bürgermeisterin werden

Obernkirchen (rnk). Dienstag hat sie ihre Kollegen informiert, gestern hat sie es offiziell verkündet: Astrid Semler wird sich bei der Kommunalwahl um das Amt des ersten hauptberuflichen Bürgermeisters der Stadt Obernkirchen bewerben.

Sie wurde 1957 in Rinteln geboren und ist aufgewachsen in Obernkirchen, wo sie auch ihren Mann kennen lernte, mit dem sie seit 28 Jahren verheiratet ist. Beide haben eine Tochter (24) und zwei Söhne (12 und 16). Nach dem Abitur folgte für Astrid Semler eine Ausbildung beim Landkreis Schaumburg mit dem Abschluss als Diplom-Verwaltungswirtin. Von 1980 bis 1993 arbeitete sie beim Landkreis Schaumburg in den Bereichen Wasserwirtschaft und Altenheimaufsicht. 1993 folgte der berufliche Wechsel zur Stadt Obernkirchen mit Einsätzen im Hauptamt und Bauamt sowie derzeit im Bereich der Finanzen. Bei ihren Zielen nach einer Wahl zur Bürgermeisterin legt die Kandidatin Wert darauf, dass diese kurzfristig umsetzbar sind. Als ersten Punkt nennt sie die Wirtschaftsförderung: Die Bürgermeisterin müsse ein "Wirtschaftslotse" im Rathaus sein - Ansprechpartner für Unternehmer und Unternehmerinnen in allen städtischen Angelegenheiten. Enge Kontakte zu kleinen und großen Unternehmen seien eine Selbstverständlichkeit, gezielt müsse nach ansiedlungswilligen Betrieben, insbesondere Dienstleistern und freien Berufen, gesucht werden. Unter dem Motto "Wirtschaft trifft Schule" möchte Semler, die ehrenamtlich Schulelternratsvorsitzende ist, Patenschaften zwischen Schule und Betrieben anregen und so Jugendliche fit machen für Ausbildung und Beruf. Breiten Raum nimmt in ihrem Programm auch die Familienförderung ein. Sie würde einen "Familienpass" einführen: Die Stadt bezahlt dann etwa Hauptsaisonbadekarten für kinderreiche Familien. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf müsse verbessert werden, sagt die Kandidatin, Unternehmen müssten für flexible Lösungen gewonnen werden: "Das städtische Betreuungsangebot muss sich dem Bedarf anpassen." Eine höhere Anerkennung des Ehrenamts hat sich die Kandidatin ebenso auf die Fahnen geschrieben wie eine Imagekampagne: "Obernkirchen lockt" - nämlich mit preiswertem Wohnen, mit kulturellen Angeboten, mit sportlicher Vielfalt. So könnte auch die Einwohnerzahl gesteigert werden. Dass sie keine Angst vor großen Aufgaben hat, hat Astrid Semler nicht nur im Rathaus bewiesen: Seit 1996 hat sie nebenberuflich ihren Mann beim Aufbau eines Dienstleistungsunternehmens mit heute 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt. Verantwortlich ist sie da für Marketing, Finanzen, Personal und Recht. Wie schätzt sie ihre Chancen ein? "Wir stehen alle an der gleichen Startlinie." Nur Thomas Stübke von den Grünen würde sie einen leichten Bekanntheitsvorsprung zugestehen - wegen seines großen ehrenamtlichen Engagements.

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