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Vor Gericht: Rintelner (36) muss erst in Entziehungsanstalt, dann ins Gefängnis / Mittags Bier, abends flaschenweise Wodka

Am Osterfeuer zu später Stunde John Wayne gespielt

Rinteln/Bückeburg (ly). Seine Probleme mit dem Gesetz haben vor allem einen Grund: Alkohol. Jetzt hat ein Rintelner (36) die Chance, vom Suff loszukommen. Auf Anordnung des Bückeburger Landgerichts muss er dazu allerdings zwangsweise in eine Entziehungsanstalt. Zugleich verhängte die 1. Große Strafkammer zwei Haftstrafen von 18 beziehungsweise elf Monaten, unter anderem wegen versuchter räuberischer Erpressung.

Während des Prozesses war es um drei Taten gegangen. Im März vergangenen Jahres hatte der heute 36-Jährige beim Osterfeuer der Freiwilligen Feuerwehr in Exten mit einer Schreckschusspistole rumgefuchtelt und zu später Stunde John Wayne gespielt. Im Mai verprügelte er in Rinteln nach einer durchzechten Nacht mit 1,9 Promille Alkohol im Blut vormittags einen Schüler (17). Und im September suchte er einen Freund auf, der auf Kosten des Rintelners angeblich für 1100 Euro mit dem Handy telefoniert hatte. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, trug der 36-Jährige eine täuschend echt wirkende Feuerzeug-Pistole. Promillestand gegen neun Uhr morgens: rund 1,8. Vor Gericht attestierte ein Gutachter dem Angeklagten einen Hang zu weiteren Straftaten unter Alkoholeinfluss. Damit waren die Weichen auf Unterbringung in einer Entziehungsanstalt gestellt, die in jeweils halbjährlichen Abständen überprüft wird und zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Dann wäre da allerdings noch die Freiheitsstrafe. Im Gefängnis kennt der Rintelner sich bereits aus. Einmal musste er fast vier Jahre Haft verbüßen, nachdem er einen Mann niedergestochen hatte. Angesichts diverser Vorstrafen war Bewährung im jetzt zu Ende gegangenen Prozess vor dem Landgericht kein Thema. Hoffnungen setzt der Vorsitzende Richter Börries Freiherr von Hammerstein trotzdem in den 36-Jährigen. "Wir sind überzeugt, dass der Angeklagte weg vom Alkohol und zurück in ein geordnetes Leben will", so von Hammerstein. "Vom Heroin loszukommen, hat er bereits geschafft." Was blieb, waren die Trinkgewohnheiten. "Mittags mit Bier angefangen, abends mit drei Mann fünf bis sechs Flaschen Wodka geteilt" - rein technisch kein großes Problem für den Rintelner. "Ich bin abgerutscht", erinnert er sich. Demnächst könnte es wieder aufwärts gehen. Die Entscheidung ist bereits rechtskräftig.

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