weather-image
HipHop-Altmeister "Torch" beim 2. Wesermassiv-Festival / Vorverkauf beginnt

Am 2. September kommt der Mann, der im Dunkeln die Fackel trägt

Rinteln (rnk). Nur wer die Fackel in sich trägt, der kann auch durch das Dunkel gehen. Und dieser Mann trägt die Fackel im Namen: Torch, die Heidelberger HipHop-Legende, die mit bürgerlichem Namen Frederick Hahn heißt und einer der ersten deutschen MCs war, die Mitte der achtziger Jahre in Heidelberg mit dem deutschen Sprechgesang begonnen haben. Und zwar so gut, dass er mitentscheidend den Weg für den heutigen Erfolg des deutschsprachigen Hip Hop ebnete. 1987 gründete Torch zusammen mit Toni L, Linguist, Gee-One und DJ Mike MD die Heidelberger Musikgruppe "Advanced Chemistry" - die glaubwürdige Antwort des HipHop-Undergrounds auf den kommerziellen Erfolgs der "Fantastischen Vier".

Und Torch wird am 2. September nach Steinbergen kommen, wird als Headliner das zweite Wesermassiv-Festival anführen. Zu erwarten war das nicht, denn eigentlich hatte Organisator Hendrik Kubitzky mit seiner Crew "RIA" (aka: "Rinteln in Aktion") gar nicht an eine Wiederholung des Konzertes gedacht - zu sehr war der Rintelner in diesem Jahr in seine beruflichen Prüfungen eingespannt. Dochüber 94 Prozent, die auf der Homepage lautstark nach einer Wiederholung verlangten, waren ein nicht von der Hand zu weisendes Argument, die eigene Haltung doch noch einmal zu überdenken. Und Kubitzky ließ sich umstimmen. Der 24-jährige Rintelner ist seit gut zehn Jahren Veranstaltungsorganisator und kennt "halt immer einen, der einen kennt, der die richtige Handynummer hat", erklärt er. Und so darf sich Rinteln auf einen kulturellen Leckerbissen freuen: Toni L und Torch, zwei Ex-Mitglieder der ehemals besten HipHop-Band Deutschland, auf einer Bühne. Über 22 000 Euro stehen an Kosten auf der Soll-Seite, trotzdem sind die Zuhörer, die den Vorverkauf nutzten, immer noch mit zehn Euro dabei. "Knapp kalkuliert", sagt Kubitzky. Dafür gibt es viel. Etwa einen Shuttle-Service vom Bahnhof Bückeburg und Rinteln-Pferdemarkt, das Ticket berechtigt zur freien Fahrt. Den hohen professionellen Anspruch der Zweitauflage unterstreicht der geplante Werbeaufwand: 1000 Plakate werden zwischen Hannover und dem Ruhrpott aufgehängt, dazu kommen 30 000 Flyer. Hochprofessionell ist auch die Organisation: 50 Mitarbeiter und unzählige Stunden - und alles doch total familiär. Kubitzky: "Und obwohl alle nicht mehr hier wohnen, aber trotzdem die Weserstadt lieben - in alle Winde verstreut und trotzdem für Rinteln vereint." Warum er rund 300 ehrenamtliche Stunden in die Organisation eines Festival steckt, kann Kubitzky sofort beantworten: "Ich mache es, weil es sonst keiner macht." Neben Torch und Toni L hat Kubitzky noch "Skaos" verpflichtet, die als Kolosse des Ska gelten, den deutschen Gegenentwurf "Hammerhai", die Rintelner Punkrocker "Triscuits", die Mindener Soulfunker "Low Rider" und "Safety 1st Gonzales", die aus Minden stammen und Punk spielen. Dazu gibt es im unteren Bereich des Festivalgeländes eine DJ-Stage, auf der "Soundquake", "Pehp", "Team Orange", "Bam Stampa" und "Wurst Coast" auflegen und für Partystimmung sorgen wollen. Und weil ein Organisator deutlich besser schläft, wenn er weiß, dass sich seine Party rechnet, sollte man im Vorverkauf zugreifen. Jetzt. Infos: www.wesermassiv.de.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare