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Pörtner spricht mit Medizinern

Ärzte streiken heute - Notdienst ist aber geregelt

Landkreis (la/sdi). Viele SchaumburgerÄrzte praktizieren heute nicht. Gemeinsam sind sie in Berlin, um dort ihre Interessen zu vertreten (wir berichteten). Allein aus Rinteln und Bückeburg haben sich 30 Ärzte auf den Weg in die Bundeshauptstadt gemacht. Kreisweit dürften es an die 100 sein. Etwa jede zweite Praxis im Landkreis dürfte geschlossen bleiben.

"Der Notdienst ist aber geregelt. Das ist schon aus kassenrechtlichen Gründen notwendig", sagte Dr. Walter Steuber aus Todenmann. Allerdings würden ausschließlich Notfälle behandelt. "Bei den Notdiensten werden keine Rezepte verlängert oder ausgestellt. Nur wer Schmerzen hat und ein echter Notfall ist, wird auch behandelt", stellt Dr. Peter Kalbe aus Rinteln klar.Schließlich wolle man den Bürgern mit dem Streik aufzeigen was passiert, wenn 30 bis 50 Prozent aller Praxen schließen müssten. "Bei den Hausärzten müssten die Patienten dann bestimmt bis 21 Uhr warten, und dann hat kein Arzt mehr Lust zu arbeiten. Wer fachärztliche Versorgung benötigt, dermuss dann schon mal 50 Kilometer weit fahren", blickt Dr. Steuber in die ungewisse Zukunft. Wer heute den Notdienst in Anspruch nehmen muss, sollte bei dem Arzt anrufen, den er eigentlich aufsuchen möchte. Durch Bandaufzeichnungen werden die Patienten an den entsprechenden Notarzt weitergeleitet. An den Praxen weisen Schilder auf den jeweiligen Notdienst hin. "Es gibt für jeden Fachbereich einen Notdienst. Für den Bereich Orthopädie und Chirurgie ist das in Rinteln Dr. Schratz", weiß Dr. Kalbe. In jeder Stadt im Landkreis Schaumburg sei mindestens ein Hausarzt für Notfälle da. Es geht denÄrzten quer durch alle Fachbereiche um verbesserte Arbeitsbedingungen und Abbau der Bürokratie. CDU-Landtagsabgeordneter Friedel Pörtner, der gestern mit Kalbe und dem Stadthäger Chirurgen Wolfgang Meyer-Marcotty sprach, sagte, ihm seien die Probleme der Ärzteschaft bekannt: "Von den Patientenhabe ich bisher keine Kritik an der Demonstration gehört." Pörtner will seine Erkenntnisse aus dem Gespräch an Niedersachsens Sozialministerin und Parteikollegin Mechthild Ross-Luttmann weitergeben. Kalbe bat Pörtner darum, speziell auf die Situation der ambulanten Operateure hinzuweisen. Für diese müsse dringend der so genannte Punktwert verbessert werden, mit dem das Honorar ermittelt wird. Niedersachsen sei in puncto ambulante Operationen, die sich bei Patienten großer Beliebtheit erfreuten, absolutes Entwicklungsland. Aufgrund von Strukturverträgen werde in Nordrhein-Westfalen das doppelte Honorar gezahlt. Kalbe merkte angesichts steigender Kosten und leerer Kassen allerdings auch an, Schaumburg könne sich auf Dauer keine drei Krankenhäuser leisten. "Das ist eine Realität."

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