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Bückeburgs Arztpraxen bleiben wegen Info-Veranstaltung am Freitag zu

Ärzte fürchten zwischen "Bonus" und "Malus" zerrieben zu werden

Bückeburg (rc). Viele der Bückeburger Arztpraxen werden am Freitag, 10. Februar, geschlossen bleiben. Die Ärzte fahren geschlossen zu einer Info-Veranstaltung nach Hannover, um sich über die Auswirkungen des geplanten "Gesetzes zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit in der Arzneimittelversorgung" zu informieren und dagegen zu protestieren. Um die Patientenversorgung zu sichern, ist ein Notdienst eingerichtet, der über das Telefon des jeweiligen Hausarztes erfragt werden kann.

Wie der Sprecher der Bückeburger Ärzte, Dr. Andreas Richter, in einer Pressemitteilung ausführte, werde durch das neue Gesetz die Qualität der Versorgung der Patienten mit Medikamenten "hinter ihrem Rücken" erneut deutlich verschlechtert. Die so genannte "Bonus-Malus-Regelung" sehe überdies vor, dass Ärzte bei Überschreiten der von Politikern am "grünen Tisch" festgesetzten Tagestherapiekosten zur Verantwortung gezogen würden. Wenn sie wirksame Medikamente verordneten, die nicht auf einer Liste stünden, werde der Überschreitungsbetrag von der Vergütung abgezogen, der so genannte "Malus". Gleichzeitig sollen aber die Ärzte "belohnt" werden, indem sie bei Unterschreitung der Tagestherapiekosten finanzielle Vorteile erzielen könnten, der so genannte "Bonus". "Somit sehen wir Ärzte uns entweder der Bedrohung der wirtschaftlichen Existenz unserer Praxen gegenüber, oder müssen uns im Einzelfall bei sparsamer Arzneimitteltherapie dem Vorwurf aussetzen, dass wir aus Gründen der Bereicherung nicht dem medizinischen Standard gemäß therapieren", verdeutlicht Dr. Schulz. Die Umsetzung eines solchen Gesetzes bedeute das Ende derärztlichen Therapiefreiheit mit Nachteilen in der Patientenversorgung und Bedrohung der Existenz wohnortnaher Betreuung durch niedergelassene Ärzte. "Wir werden mit Nachdruck für eine adäquate Versorgung unserer Patienten kämpfen." Die Ärzte bedauerten, dass es zu Praxisschließungen kommt, weisen jedoch darauf hin, dass dieses bei Nichteinlenken der Politik erst der Anfang sei.

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