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Feuerwehr Bückeburg-Stadt beklagt abnehmende Akzeptanz bei Arbeitgebern

40 Fehlalarme - meistens sind die Brandmeldeanlagen daran schuld

Bückeburg (aj). Von 72 Brandeinsätzen der freiwilligen Bückeburger Stadtfeuerwehr im Jahr 2005 waren 40 Fehlalarme. Von den falschen Alarmen gingen 35 auf Brandmeldeanlagen zurück. Dieses hat der Bückeburger Ortsbrandmeister Nils-Oliver Koß am Freitag auf der Jahresversammlung im Gasthaus Fenkner mitgeteilt.

"Oftmals lässt sich hinterher nicht einmal mehr genau sagen, wie es bei der Anlage zu dem Fehlalarm kam", sagt Nils-Oliver Koß. Und weiter: "Fehler treten nicht nur bei schlecht gewarteten Anlagen auf." Rein rechnerisch reicht es also bereits aus, wenn von angenommenen 1000 automatischen Brandmeldern im Stadtgebiet 35 Anlagen einen Fehlalarm pro Jahr produzieren. Der Prozentsatz für Fehlalarme der einzelnen Anlagen wäre dann immer noch verschwindend gering. In der Summe wäre die Zahl der Fehlalarme, vor allem gemessen an der Zahl der tatsächlichen Brandeinsätze, aber immer noch sehr hoch. "Hintergrund sind die Bauvorschriften", sagt Elke Baum-Schuba, Brandschutzprüferin vom Landkreis Schaumburg. "Viele Unternehmen bauen aus Kostengründen lieber eine Brandmeldeanlage an Stelle einer Brandschutzwand in ihren Räumen ein.", erklärt sie die in letzter Zeit deutlich gestiegene Zahl der Brandmeldeanlagen im Kreisgebiet. Elke Baum-Schuba: "Viele neue Gebäude wären ohne eine Brandmeldeanlage gar nicht genehmigungsfähig." "Das Problem bei dieser hohen Zahl von Fehlalarmen ist, dass die Bereitschaft der Arbeitgeber sinkt, freiwillige Feuerwehrleute bei Alarmen von der Arbeit frei zu stellen", meint der Bückeburger Ortsbrandmeister. Und fügt hinzu: "Die Akzeptanz für das Hobby Feuerwehr nimmt seit der Zunahme von Fehlalarmen bei Arbeitgebern ab." Dieses ist einüberaus gefährlicher Trend. Denn neben neun Entstehungs- und 16 Kleinbränden galt es 2005, auch vier mittlere und drei große Brände von den Bückeburgern zu löschen. Hinzu kamen 68 technische Hilfeleistungen - vorbeugende Brandschutzmaßnahmen, Brandsicherheitswachen oder Personenrettungen - und einige neue Aufgaben wie das Aufstellen der Bahnerdungsgruppe. Insbesondere beim Thema Bahnerdungsgruppe wurde Bürgermeister Reiner Brombach am Freitag deutlich. Er sagte: "Ich bleibe dabei, dass die Bahnerdung eindeutig in den Aufgabenbereich der Bahn gehört." Andererseits gab er aber auch zu bedenken, dass die Feuerwehr bei Bahnunglücken ab Mitte des Jahres schneller helfen könne, da sie dann nicht mehr auf jedes Eintreffen des Notfallmanagers der Bahn angewiesen sei. "Die Bahnerdung durch die Feuerwehr macht insgesamt Sinn", meint auch Nils-Oliver Koß. Und weiter: "Nichts ist schlimmer, als schnell am Unglücksort zu sein und nicht helfen zu können, weil der Notfallmanager unter Umständen eine Stunde bis zum Unglücksort braucht."

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