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"Blauer Stern Schaumburg": Neue Sponsoren, mehr Mitglieder - und ein HSV, der jubeln lässt

226 tragen mit Stolz die Raute im Herzen

Obernkirchen. Ein einziges Foto, das den Hamburger Sport-Verein im Jahre 2005 auf den berühmten Punkt bringt? Da kommt Ulrich Winkelmann von der Hamburger Foto-Agentur Witters, die den HSV fototechnisch ins rechte Licht rückt, ins Grübeln. Van Boyten, wie er einen verletzten Mitspieler vom Platz trägt, als Zeichen der unglaublich geschlossenen Mannschaftsleitung? Das Team vor der jubelnden Nordkurve als Hinweis, dass zwischen Fans und Mannschaft in dieser Zeit kein Blatt Papier passt? Oder doch lieber die ganze Truppe beim Torjubel im schönsten Stadion Deutschlands?

Ähnliche Luxusprobleme hat auch Uwe Rennekamp als Vorsitzender des HSV-Fan-Clubs "Blauer Stern Schaumburg" bei der Jahreshauptversammlung. Wie soll man den Fußball beschreiben, den die Hanseaten im Jahre 2005 spielten? Attraktiv? Schön? Genial? Berauschend? Euphorisierend? Von "souveränen Auftritten, wie man sie lange nicht gesehen hat", spricht dann der Fan-Club-Vorsitzende. Wohl wahr: Der HSV spielt seit Monaten den neben Werder Bremen schönsten Fußball, und wie die Fans in die AOL-Arena, so strömen am Sonnabend die Mitglieder zur Jahreshauptversammlung: Fast 100 sind gekommen, Tische und Stühle werden geschleppt, die Versammlung beginnt mit deutlicher Verspätung: Schon lange war es nicht mehr so wunderschön, HSV-Fan zu sein, schon lange konnte man nicht mehr diesen Stolz empfinden, die Raute im Herzen zu tragen. 226 Mitglieder sind es mittlerweile, die dem erst 2002 gegründeten HSV-Fan-Club angehören. Damit ist er der zweitgrößte offizielle HSV-Fan-Club überhaupt, erklärt Rennekamp. Und mit dem Fitness-Studio in Obernkirchen, dem Renault-Haus Matz und der Firma JHC hat der "Blaue Stern" drei neue Sponsoren gewinnen können - Erfolg macht sexy. Mit den bisherigen Sponsoren, deren Verträge zum Jahresende auslaufen, wird in den nächsten Monaten neu verhandelt, auch wenn es, so Rennekamp, in diesen Zeiten nicht mehr so ganz einfach sei, Unterstützung für die Vereinsarbeit zu erhalten. Das andere Ziel zum Jahresende 2006: 250 Fan-Club-Mitglieder. Die reibungslos funktionierende Zusammenarbeit zwischen Clubführung und den HSV-Offiziellen, der über 8000-mal besuchte Internet-Auftritt des Fan-Clubs, für dessen Gestaltung Thomas Jaworski über den grünen Klee gelobt wurde, die Teilnahme an diversen Kicker-Turnieren, die Fahrten zu den Spielen, für die alle Kartenwünsche stets im vollen Umfang erfüllt werden, und ein Mitglied, das in Berlin wohnt - es gab für den rührigen Rennekamp und seinen Vorstand kaum etwas zu kritisieren: 2005 war ein in jeder Hinsicht wundervolles HSV-Fan-Jahr. Negatives gab es nur von den Bahnfahrten zu berichten: Vor allem bei den Spielen gegen den FC Köln und Schalke hätten sich deren Fans als "asozial" erwiesen, führte Rennekamp aus. Als er zum Köln-Spiel in den Zug einsteigen wollte, sei er mit einem Bierdosen-Hagel empfangen worden. Volle Dosen, wohlgemerkt. Der "Blaue Stern" dagegen sehe sich in seinem Selbstverständnis als Verein, der auch Kontakt zu anderen Fans suche - Fankultur im besten Wortsinne. Nicht ohne Grund habe man einen Satzungs-Passus, der besage, dass ausgeschlossen werde, wer sich nicht benehmen könne, erläuterte Rennekamp. Die Konsequenz: Künftige Fahrten sollen vor allem mit dem Bus unternommen werden. Für das laufende Jahr hat sich der Fan-Club einiges vorgenommen, neben den Fahrten zu diversen Heim- und Auswärtsspielen stehen Fantreffen und Turniere an, zudem soll ein Stammtisch aufgebaut werden, der bei reger Annahme an verschiedenen Orten im Landkreis angeboten werden soll. An jedem 1. Sonntag in einem geraden Monat wollen sich die Fans treffen. Erster Termin: 5. Februar, 10.30 Uhr, "Rhodos". Zuvor gibt es am 28. Januar ein Kickerturnier, für das noch Anmeldungen angenommen werden. Dort könnten die HSV-Anhänger an das anknüpfen, womit sie vor Wochen aufgehört haben: Mit dem Jubel über einen Sieg. An diesem Tag startet nämlich die Bundesliga-Rückrunde und die Hanseaten treten in Nürnberg an. Für einen Champions-League-Anwärter wie den HSV ist das eine Auswärts-Hürde, die genommen werden sollte.

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