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Bückeburger spenden in der Herderschule Blut für den DRK-Ortsverein

20 Kilo Wurst auf 10 Broten und 140 Brötchen für 127 Liter Blutkonserven

Bückeburg (aj). 254 Schaumburger haben dieser Tage die Gelegenheit genutzt, die Blutvorräte des Deutschen Roten Kreuzes aufzustocken. Zu der Spendeaktion hatte die DRK-Ortsgruppe in die Herderschule eingeladen.

Unter den Spendern waren 26 Erstspender. Mit dabei Caroline Reschke. "Ich bin schon etwas aufgeregt vor meiner ersten Blutspende", sagt sie, als sie sich in die Warteschlange einreiht, um ihren Fragebogen für Erstspender in Empfang zu nehmen. "Dieses Mal habe ich mir aber den Spendenaufruf direkt an die Innenseite der Wohnungstür gepint und den inneren Schweinehund tatsächlich überwunden", sagt sie stolz. Mit Caroline Reschke hat sich die Zahl der Schaumburger, die in Bückeburg bei einer Aktion jeweils mit dabei sind, seit der ersten Blutspendeaktion des Bückeburger DRK aus dem Jahr 1959 um 160 Spender erhöht. Die Regelmäßigkeit der Blutspenden der einzelnen Schaumburger hat in den letzten Jahrzehnten in ähnlich erfreulicher Weise zugenommen. "Frauen dürfen viermal und Männer sogar sechsmal im Jahr Blut spenden. Der Mindestabstand zwischen den einzelnen Spenden muss aber in jedem Fall mindestens acht Wochen betragen", sagt Bückeburgs DRK-Ortsvorsitzende, Karin Gerstenberg. Derzeitiger Spitzenreiter unter den Spendern ist der Sachsenhäger Jürgen Hottenrott mit 155 Blutspenden. Ebenfalls über 100 Mal Blut gespendet haben: Wolfgang Rüffer (138), Werner Witte (127), Johann Luksch (124), Lothar Bode (122), Manfred Noga (109), Rolf Netzer (109), Andreas Bültemeyer (108), Gerhard Krull (106) und Horst Mevert (104). "Das Blutspenden selbst ist nicht weiter kompliziert und dauert auch nicht lange", meint Karin Gerstenberg. Fügt aber hinzu: "Zu den Stoßzeiten nach Feierabend sollte man aber schon etwas Zeit mitbringen." Wer zum ersten Mal Blut spenden will, bekommt gegen Vorlage seines Personalausweises einen Fragebogen ausgehändigt. An Hand des Fragebogens und einer kurzen Untersuchung stellt ein Arzt die grundsätzliche Blutspendefähigkeit fest. Auf der Liege im Blutspenderaum wird dem Spender dann ein halber Liter Blut abgenommen. "Das dauert etwa zehn Minuten", sagt Ärztin Dr. Petra Battermann. Danach geht es dann noch einmal für eine viertel Stunde in den Ruheraum. "Die Zahl der Spender, deren Blut nicht in die Blutbank kommt, liegt bei etwa 10 Prozent", sagt dieÄrztin. "Gründe dafür können die Einnahme bestimmter Medikamente oder eine Viruserkrankung sein." Neu ist die Möglichkeit, Blut zu spenden und das Blut hinterher aber nicht zur Weiterverwertung freizugeben. "Damit wollen wir die Spendenbereitschaft von Vereinsmitgliedern und anderen Gruppen erhöhen, in dem wir den psychischen Druck von einzelnen Gruppenmitgliedern nehmen, die von Anfang an wissen, dass sie kein Blut spenden dürfen", sagt Dr. Petra Battermann. Sobald sich der Kreislauf des Spenders im Ruheraum wieder stabilisiert hat, kommt die weitaus angenehmste Station des Blutspendens. Am Büfett, das in Bückeburg mit dem Angebot vieler Hotels problemlos mithält, können sich die Blutspender nach Lust und Laune bedienen. Dr. Petra Battermann: "Nach der Blutspende sollen die Leute besonders viel trinken. Aber auch das Essen ist wichtig, damit sich möglichst schnell wieder neues Blut bildet." "Zudem ist das Essen auch als eine kleine Belohnung für die Blutspende gedacht", sagt Karin Gerstenberg, die Vorsitzende der Bückeburger DRK-Ortsgruppe. Eine der wichtigsten Aufgaben hatten deshalb Verpflegungsleiterin Ingrid Kopper und ihr Team. In der Küche im Keller der Herderschule sorgten die Damen für einen nicht enden wollenden Nachschub an Getränken, Salaten, Broten, Brötchen und Kuchen. Im Speiseraum selbst gab es sogar einen Stand mit frischen Waffeln. Insgesamt verarbeitete das Küchenteam zehn Pfund Kaffeepulver, 40 Liter Salat, 20 Kilo Wurst, zehn Brote, 140 Brötchen und vier Bleche mit Kuchen. Zudem gab es für jeden Spender vom DRK-Ortsverein ab der 25. Spende mit einer vollen Null ein kleines Geschenk. Ab der 60. Spende kann man sogar jedes Mal zwischen einer FlascheRot- oder Weißwein, einem Sekt oder einem gleichwertigen Handtuch wählen. Der Bückeburger Albert Brüggemann ist zum 95. Mal dabei. Er sagt nach dem Essen "Das wichtigste ist doch aber die Freude am Spenden" - und geht direkt zum Ausgang.

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