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Bürgermeister freut sich: 2007 wird's noch größer / Im Mittelpunkt das Thema: "Vorsorge fürs Alter"

"1. Gesundheitstag" legt glänzenden Start hin

Bad Eilsen (sig). "Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts." Den Wahrheitsgehalt dieser Redewendung haben schon viele Menschen erkannt, vor allem dann, wenn sie von einer längeren Erkrankung genesen sind. Sie spüren dann schnell, welch hohes Gut die Gesundheit ist. Der erste "Gesundheitstag" in Bad Eilsen hat die Möglichkeit geboten, sich mit vielen Fragen zu befassen, die sich um die Gesundheit drehen. Breiten Raum nahm dabei das Thema "Vorsorge für das Alter" ein.

Es ist erfreulich, dass jede neue Generation die Chance besitzt, im Durchschnitt länger zu leben als die vorherige. Es gibt Hochrechnungen, die vorhersagen, dass der Lebensabend noch in diesem Jahrhundert (zumindest bei den Frauen) ein gutes Drittel der gesamten Lebensspanne ausmachen wird. Wer mag diese Botschaft, die wir in erster Linie der medizinischen Forschung verdanken, nicht gerne hören. Aber dieser Fortschritt wirft auch Probleme auf. Eine der Hauptsorgen, die noch nicht gelöst werden konnte, ist die Finanzierbarkeit des Älterwerdens. Dazu kommen wichtige gesellschaftliche Veränderungen. Das Leben in der mehrere Generationen umfassenden Großfamilie gehört weitgehend der Vergangenheit an. Familiäre Kontakte werden zwar noch gepflegt, zumal die Großeltern häufigBetreuungs- und Erziehungsaufgaben für die berufstätigen Mütter übernehmen müssen. Dennoch zieht es jeder vor, sein eigenes Zuhause und seinen eigenen Lebenskreis zu haben Parallel dazu nimmt aber auch die häusliche Pflege für die hilfebedürftigen älteren Familienmitglieder ab. Das ist zum Teil aus beruflichen Gründen nicht möglich. Außerdem kann sich dieser Zustand bei der wachsenden Lebenserwartung über einen sehr langen Zeitraum hinziehen. Das mindert wiederum auch die Lebensqualität derjenigen, die diese nicht immer leichte Pflege übernehmen. Da ist es gut, dass die Zahl der Einrichtungen deutlich gewachsen ist, die für die Übergangsphase zunächst das "Betreute Wohnen" anbieten. Darauf folgt die Unterbringung in einem modern eingerichteten Seniorenheim und schließlich in einer rund um die Uhr versorgten Pflegestation. Es gibt viele gute Gründe, dass Bad Eilsen ein bevorzugter Standort für Häuser mit allen drei Pflegestufen geworden ist. Der Kurort liegt idyllisch zwischen zwei bewaldeten Höhenzügen, besitzt einen weiträumig angelegten Kurpark mit einem wertvollen alten Baumbestand sowie zahlreiche Wanderwege. Die Heilquellen und vielfältigen therapeutischen sowie klinischen Angebote erhöhen die Anziehungskraft des Ortes. Dazu kommt ein ansehnliches kulturelles Angebot, das in den letzten Jahren deutlich an Umfang, aber auch Qualität zugenommen hat. Dass sich mit diesen "Pfunden" gut wuchern lässt, ist die gemeinsame Erkenntnis der Altersruhesitze, Senioren- und Pflegeheime sowie der Bückeberg-Klinik, die sich gestern beim "1. Gesundheitstag" im Kursaal präsentiert haben. Die Gemeinde, verschiedene Zulieferer und Therapeuten, die Julianen-Apotheke, die AOK, der örtliche Turn- und Sportverein mit seinem Reha-Sportangebot, die Sparkasse und die Volksbank haben am Sonntag die Chance genutzt, mit ihren Angeboten auf sich aufmerksam zu machen. Fachlich orientiere Vorträge zu den Themen Pflege, Pflegeversicherung, Vermögensschutz im Alter und Demenz sorgten für zusätzliche Zugkraft. Nicht zu vergessen das umfangreiche Rahmenprogramm, zu dem die Schaumburger Jagdhornbläser, der Gemischte Chor Bad Eilsen, ein Entertainer, die Country- und Cancan-Tanzgruppe "Die linken Füße" sowie die Röcker Volkstanz- und Trachtengruppe beitrugen. Diese Veranstaltung soll zu einem Erlebnis für die ganze Familie werden, dachten sich die Organisatoren. Und so ließen sie im Kurpark ein großes Restaurationszelt, eine Hüpfburg und Rutsche aufbauen. Im Kurtheater wurden spannende Kinderfilme gezeigt, und außerdem gab es eine Schminkstation, die sich Marienkäfer als Vorbild nahm. Den letzten Rest zu einem erfolgreichen Event, das dazu von einem herrlichen Frühlingswetter begünstigt wurde, trug das Angebot an Speisen und Getränken bei. Vom hausgemachten Eintopf, über die Champignon-Pfanne, Bratwurst, Kaffee und Kuchen, Softeis bis hin zu erfrischenden Getränken gab es alles zu ausgesprochenen Nostalgiepreisen. Als Bürgermeister Horst Rinne um punkt 11 Uhr die Veranstaltung im Kursaal eröffnete, herrschte an den verschiedenen Ständen bereits ein lebhafter Betrieb. Das Gemeindeoberhaupt erinnerte an die Entwicklung des über 200 Jahre alten Kurortes, dessen erste Gäste einst Bauern waren, die mit ihren Pferdewagen kamen, um in Eilsen ein Schlammbad zu nehmen. Auf die rasante Entwicklung zum weltbekannten Bade- und Tagungsort im ersten Drittel des vergangenen Jahrhunderts folgten Krieg und Besatzung sowie die Wiederbelebung mit Hilfe der früheren Landesversicherungsanstalt Hannover. "Heute gibt es neben den Kurgästen auch zahlreiche Gäste, die hier sesshaft geworden sind und eine Kur auf Lebenszeit machen", betonte der Bürgermeister. Er war sich sicher, dass der "Gesundheitstag" ein voller Erfolg wird und im kommenden Jahr in einem noch größeren Rahmen fortgesetzt wird.

  • Apotheker Dr. André Thom (l.) nimmt einen Blutzuckertest vor. Ergotherapeutin Katja Wehrmann zeigt dagegen, wie man eine Hand nach Operationen oder Verletzungen fachgerecht schienen kann.
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