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Kreisabfallwirtschaft rechnet 2017 hohen Verlusten

Steigen die Müllgebühren ab 2018 erneut?

HAMELN-PYRMONT. Viele Jahre blieben die Gebühren im Landkreis Hameln-Pyrmont stabil. Ab 2018 müssen sich die Haushalte wahrscheinlich das zweite Mal nach 2016 auf steigende Kosten für die Müllabfuhr einstellen.

Autor

Michael Zimmermann Volontär zur Autorenseite

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Das zeigen die am Donnerstag im Betriebsausschuss Abfallwirtschaft des Kreistages vorgelegten Zahlen: Demnach wird die Kreisabfallwirtschaft (KAW) das Jahr 2016 zwar mit einem leichten Plus von 88 800 Euro abschließen – für das kommende Jahr wird aber bereits ein Defizit von 271 700 Euro erwartet. In den Jahren 2018 und 2019 rechnet die KAW sogar mit Verlusten von mehr als einer Million Euro. „Nach dem Jahresabschluss 2016 muss über eine Gebührenerhöhung geredet werden“, lautete der Schluss von KAW-Leiterin Sabine Thimm.

In diesem Jahr fällt der Umsatzerlös noch um 345 000 Euro höher aus als ursprünglich geplant. Das liegt zum einen daran, dass die Einnahmen beim Restmüll nicht so stark zurückgingen wie erwartet, und zum anderen am Erfolg der Biotonne, die 252 000 Euro mehr einbrachte als geplant.

Bis zum April dieses Jahres hatte ein Drittel der Hameln-Pyrmonter Haushalte die grüne Tonne, jetzt steht sie auf rund 73 Prozent aller Grundstücke im Kreis. Politik und KAW hatten zunächst mit 45 Prozent gerechnet. Dadurch sinken auch die Kosten für die Verbrennung des Restmülls, der weniger organischen Abfall enthält. Kehrseite des Erfolges: 2017 müssten zwei zusätzliche Fahrzeuge angeschafft werden. Bisher seien Fahrzeuge gemietet worden, um erst einmal schauen zu können, wie die Biotonne angenommen wird.

Insgesamt plant die KAW, im kommenden Jahr fünf Müllfahrzeuge, zwei Transporter und einen Radlader für den Entsorgungspark zu kaufen. Dazu kommen Baumaßnahmen und die Anschaffung von Betriebs- und Geschäftsausstattung, sodass Investitionskosten von mehr als zwei Millionen Euro anstehen, die zum großen Teil über Kommunalkredite bezahlt werden.

Jobst-Werner Brüggemann (CDU) hatte gehofft, „dass wir mit der Erhöhung im vergangenen Jahr erst einmal die nächsten Jahre auskommen.“ Allerdings gebe es gesetzliche Vorgaben, auf die der Landkreis keinen Einfluss habe. So seien auch die Gesetze für die Nutzung des Grünschnitt-Komposts inzwischen schärfer, sodass die Landwirtschaft als Abnehmer oft ausfalle. Der Abfall müsse also teuer woanders entsorgt werden.

Ab 2020 könnten die Gebühren wieder sinken: Sabine Thimm rechnet mit einer „deutlichen Entlastung“, wenn der Vertrag für die Hausmüllentsorgung neu ausgeschrieben wird. Für weniger Müllgebühren könnten auch die Kunden selbst sorgen: Eine erste Sichtung von Restmüll- und Bioabfallproben im Herbst habe ergeben, dass vor allem in der Restmülltonne noch ein großes Potenzial an Wertstoffen liegt, wie der stellvertretende KAW-Betriebsleiter Ulrich Kaufmann erklärt. Eine detaillierte Analyse dazu wird die KAW im Mai 2017 durchführen.

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