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Streusalzlager im Landkreis sind gut gefüllt

Kann der Winter kommen?

HAMELN-PYRMONT. Der Winter ist im Weserbergland angekommen. Temperaturen um den Gefrierpunkt sorgen nicht nur für kalte Füße und gefrorene Windschutzscheiben, sondern auch für glatte Straßen. Bis die Winterdienste ausrücken, ist es also nur noch eine Frage der Zeit. Wie gut sind die Kommunen für den Winter aufgestellt?

Autor

Michael Zimmermann Volontär zur Autorenseite

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Der Winter ist im Weserbergland angekommen. Temperaturen unterm Gefrierpunkt sorgen für kalte Füße und Hände, gefrorene Autoscheiben und glatte Straßen. Bis die Winterdienste ausrücken, ist es nur noch eine Frage der Zeit. Auf den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen ist die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zuständig. Mit vielen Gemeinden sei aber vereinbart, dass die Landesbehörde die Leistung innerorts auch ausführe, wenn sie ohnehin die Strecken abfährt, sagt Markus Brockmann, Leiter des Geschäftsbereichs Hameln. Pro Quadratmeter Fläche kommen dabei zwischen 5 und 20 Gramm Salz auf die Straße. Im Landkreis Hameln-Pyrmont stehen Lagerkapazitäten für rund 2000 Tonnen Streusalz zur Verfügung. In einem durchschnittlichen Winter werden etwa 1000 Tonnen verbraucht.

„Wir haben mehrjährige Lieferverträge, die wir für benachbarte Bereiche mit ausgeschrieben haben“, sagt Brockmann. „Gefüllt werden die Hallen spätestens zum 1. Oktober.“ Bei Bedarf werde nachgefüllt. Der Preis pro Tonne Streusalz liege derzeit bei 79,43 Euro. Niedersachsenweit gibt es außerdem Notlager – für den Fall, dass die Nachlieferungen ins Stocken geraten. So stünden dem Landkreis noch einmal 2000 Tonnen zur Verfügung. „Insofern haben wir auch für stärkere Winter gut vorgesorgt“, ist Brockmann sicher. Die Verantwortlichen in den Kommunen können sich noch gut an den chaotischen Winter 2010/11 erinnern und haben ebenfalls die Lager gefüllt:
Hameln: Auf dem Betriebshof befinden sich im Moment rund 725 Tonnen. Im Juli seien die Restmengen aus der vorherigen Saison zu Frühbezugskonditionen aufgestockt worden, sagt Stadtsprecherin Janine Herrmann. Das habe rund 12 000 Euro gekostet. Sobald das Lager um ein Drittel geleert ist, werde nachgeordert. „Wir gehen davon aus, dass wir auch mit der jetzigen Lagerkapazität extreme Winter überbrücken können“, sagt Herrmann.
Hessisch Oldendorf: Die Stadt hat im Oktober 100 Tonnen Streusalz für 7 600 Euro beschafft. „Vom letzten Winter ist noch eine Restmenge von zirka 150 Tonnen im Lager, sodass der Winterdienst mit 250 Tonnen Streusalz starten kann“, sagt Christian Mork von der Abteilung Straßenwesen. Für den Fall, dass der Winter unerwartet hart und lang wird, bestünden mit einem Lieferanten Verträge, die die Bereithaltung von 150 Tonnen Streusalz garantieren. Sollte auch das nicht ausreichen, werde das Salz mit Splitt verlängert.
Bad Pyrmont: Die Lager wurden im September aufgefüllt, wie Stadtsprecher Wolfgang Siefert mitteilt. 100 Tonnen seien nachbestellt worden, damit stünden nun 350 Tonnen loses Streusalz zur Verfügung. Die Kosten für die Nachbestellung beliefen sich laut Siefert auf 7700 Euro.
Salzhemmendorf: Im Haushalt stehen jedes Jahr 27 000 Euro für die Beschaffung von Streusalz zur Verfügung, sagt Wolfgang Kapa vom Fachdienst Bau. Davon seien schon Anfang des Jahres 16 000 Euro ausgegeben worden. In der Lagerhalle des Bauhofes ist Platz für 75 Tonnen, davon sei zurzeit noch etwa die Hälfte vorhanden. Die Lagerkapazität reiche nicht aus, um einen kompletten Winter abzudecken, sodass immer nach Bedarf nachbestellt werden müsse. „Bis auf ganz wenige Ausnahmen klappt die Versorgung reibungslos“, sagt Kapa. Falls die Belieferung trotzdem Probleme bereitet, müsse notfalls auf Splitt zurückgegriffen werden.
Aerzen: Im Flecken stehen rund 220 Tonnen Streusalz zur Verfügung, sagt Thomas Noltemeyer. Um die Lager aufzufüllen, seien Ende Juni 165 Tonnen für 13 700 Euro bestellt worden. Bei Bedarf werde Salz nachgeordert. Sollten die Vorräte dennoch aufgebraucht sein, werde lediglich geräumt.
Emmerthal: Im September wurden die Bestände von 110 auf 162 Tonnen aufgestockt. Pro Tonne bezahlt die Gemeinde etwa 71 Euro. Hans-Erwin Lankenau vom Fachbereich Ordnung, Liegenschaften und Bauen, ist zuversichtlich, dass auch ein harter Winter kein Problem wird: „Wir haben mit unseren Lieferanten gute Erfahrungen gemacht.“

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Was wird auf die Straßen gestreut?

Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr streut mit Feuchtsalz: Das trockene Salz rieselt über einen Trichter auf einen Teller mit einer Salzsole und wird dabei angefeuchtet, wie Markus Brockmann erklärt. Dadurch klebt es auf der Straße und wird vom Fahrtwind nicht weggeblasen. Außerdem muss man geringere Mengen einsetzen und der Tauprozess beginnt schneller. Allgemein durchgesetzt hat sich die Streuung mit „FS 30“ (30 Gewichtsprozent Sole). Dafür sind aber spezielle Streufahrzeuge erforderlich, die viele der Winterdienstleister nicht haben. Kleinere Kommunen streuen deshalb in der Regel Trockensalz, das nur auf feuchten Untergrund gestreut werden kann. Chemisch handelt es sich übrigens um ganz normales Speisesalz, also Natriumchlorid. Zum Kochen benutzen sollte man es trotzdem nicht: Es ist nämlich ein Stoff zugesetzt, der es ungenießbar macht.



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