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Projekt für mehr Bewegung und Konzentrationsfähigkeit

„Bewegte Kinder – schlaue Köpfe“

HESSISCH OLDENDORF. Ein Drittel aller Schüler zwischen sieben und 17 Jahren klagt über Rücken- und „Schulkopfschmerzen“. Angesicht dieser Problematik setzt die „Bewegte Schule“ auf Gesundheitsförderung an weiterführenden Schulen.

Autor

Annette Hensel Reporterin

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In Hessisch Oldendorf haben die Lehrkräfte Silke Höbel, Sybille Dageförde, Ingeburg Wiesenthal und Hans-Philip Knopp dafür gesorgt, dass dieses Projekt in Form des Aktionstages „Bewegte Kinder – Schlaue Köpfe“ an der Oberschule Schülern, Lehrern und Eltern vorgestellt wurde.

Zwei Stunden Sport haben Schüler pro Woche. Was kann eine Schule anders machen, um Bewegung zu intensivieren und damit auch die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit zu fördern? Mit Methoden zum bewegenden Lernen zeigt Karsten Heilmann, Schulleiter in Hannover, das gleich zu Beginn eines handlungsorientierten Unterrichtes vor Lehrern sowie Schülern der achten Klasse: Er führt zur Begrüßung einen Handschlag mit Choreografie vor und bittet die Anwesenden darum, das auch zu versuchen.

Alle machen mit, haben Spaß beim Nachahmen und merken sich die Reihenfolge der Handbewegungen schnell. Dann folgt eine Textarbeit: Die Schüler erhalten einen Text zum Thema Nikotin- und Alkoholsucht und sollen einen Spickzettel erstellen, der nicht mehr als zehn Wörter beinhalten, aber auch mit Symbolen bestückt werden darf. Im Anschluss daran legen die Schüler ihre Zettel auf den Stuhl, gehen im Raum frei umher und schauen sich zwischendurch ihre Notizen an.

Später setzen sie sich in einem Innen- und einem Außenkreis zusammen und stellen mithilfe ihres Spickzettels einzeln die Gefahren von Nikotin beziehungsweise von Alkohol dar. Nach dieser Runde können Mutige noch einmal versuchen, die gesamten Thesen des Textes vorzutragen.

Schlusslicht Ilayda (13) bewältigt das so souverän, sicher und verständlich, dass sie von Lehrern wie Schülern langanhaltenden Applaus erhält. „Ich fand es sehr gut, heute andere Möglichkeiten zu lernen kennenzulernen – und das zusammen mit den anderen“, erklärt sie. „Man hat dabei gelernt, wichtige Informationen aus Texten zu entnehmen“, ergänzt Emily (14) und Jasper (13) sagt: „Das war spannend.“

„Eine superinteressante Methode“, findet auch Andrea Stock-Heißmeyer, Lehrkraft an der Oberschule, die mit vielen anderen Kollegen am Nachmittag an der Fortsetzung der Lehrerfortbildung teilnimmt.

Das Projekt „Bewegte Schule“, das seit zehn Jahren vom Niedersächsischen Kulturministerium gefördert wird, orientiert sich an dem veränderten Freizeitverhalten von Schülern, die heute zu viel sitzen: in der Schule, während der Hausaufgaben, vor Fernseher und Computer. Ihnen fehlt es damit an wichtigen Entwicklungs- und Bewegungsreizen, die für eine gesunde Entfaltung der kindlichen Persönlichkeit wichtig sind.

„Nur die Einbeziehung aller Beteiligten, also auch der Lehrer und Eltern, verspricht die Chance auf nachhaltige Veränderung in der Schule und zu Hause“, erklärt Hermann Städtler, Projektleiter der „Bewegten Schule Niedersachsen“.

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