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Verbotene Grabgestecke

Angehörige ärgern sich über Blumen und Kerzen auf Rasenurnengräbern

HESSISCH OLDENDORF. Der Zustand der Rasenurnengräber auf dem Hessisch Oldendorfer Friedhof sorgt für Ärger. Das Ablegen von Blumen oder Kerzen ist dort nicht gestattet, doch einige Angehörige halten sich nicht daran.

Autor

Johanna Lindermann Volontärin zur Autorenseite

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„Hätte ich gewusst, wie verwahrlost das da oft aussieht, hätte ich mich nie für so ein Rasenurnengrab entschieden“, ärgert sich Christine Müller (Name von der Redaktion geändert). Im Jahr 2001 war ihr Mann verstorben, zunächst jedoch in einem „sehr schönen“ Grab in München beigesetzt worden, wie die Witwe versichert. Fünf Jahre später habe sie sich allerdings entschieden, die Urne nach Hessisch Oldendorf zu holen, damit sie und ihre Kinder einen kürzen Weg hätten. Um wenig Arbeit mit der Grabstelle zu haben, und da ihr die schlichten Friedhöfe in den USA sehr gefielen, die nur aus Rasen bestehen, entschied sich Müller für ein Rasenurnengrab statt eines „normalen“ Urnengrabes. Im Gegensatz zu letzteren sind bei den Rasenurnengräber nur flache Grabplatten erlaubt, jedoch keinerlei Bepflanzung oder das Ablegen von Gestecken.

„Eine Bepflanzungsmöglichkeit ist nicht gegeben, die Graboberfläche besteht ausschließlich aus Rasen“, heißt es in der Satzung des Friedhofs. Grund für die Einführung der Rasenurnengräber sei der verstärkte Wunsch aus der Bevölkerung nach weniger pflegeaufwendigen Grabstätten gewesen, sagt Hermann Faust vom Bereich Räumliche Planung der Stadtverwaltung. Der Stadt, die Betreiber des Friedhofs ist, „ist durchaus bekannt, dass trotz einer entgegenstehenden Vereinbarung zum Beispiel auch auf Rasenreihengräbern Blumen und andere Gegenstände abgelegt werden“, sagt Faust. Diese würden in einem 10- bis 14-tätigen Turnus von der Stadt entfernt.

Gerade im Sommer bewirke dieser Zeitraum von einer Räumung zur nächsten jedoch, dass viele verwelkte Blumensträuße herumständen, klagt Müller. Sie könne verstehen, dass die Stadt dort nicht häufiger aufräumen könne, wünscht sich aber, dass die Angehörigen sich an die Vereinbarung halten würden. „Ich habe meinen Kindern immer gesagt, dass sie da nichts hinstellen dürfen. So ist das natürlich kein gutes Vorbild. Sonst müssen die Leute eben ein normales Urnengrab nehmen.“ Diese sind jedoch teurer, da sie für die Stadt einen höheren Pflegeaufwand bedeuten – höher als die Beseitigung der unzulässlich abgelegten Gegenstände an den Rasenurnengräbern.

Die Stadt bestätigt, dass den Angehörigen die Regelungen bekannt sein müssten und „sich der überwiegende Anteil der Nutzer auch daran hält.“ Ein Rundschreibung zur Erinnerung oder ähnliche Maßnahmen hält die Stadt daher als „nicht zielführend“. Vergleichbare Probleme in anderen Kommunen würden diese Auffassung bestätigen.

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