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Die Nachfrage nach älteren Stühlen wächst – aber die Werkstatt im Stuhlmuseum hat zu wenige Handwerker

Zwischen Leim und „halben Sonnen“

EIMBECKHAUSEN. Mit größter Präzision werden Fäden eingespannt und miteinander verflochten, bis Muster wie das „Wiener Geflecht“ oder auch die „Halbe Sonne“ entstehen. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so klingt – hier werden Stühle restauriert.

veröffentlicht am 28.03.2018 um 06:00 Uhr

Mit Hammer, Leim und Bohrmaschine: Hubert Dolle (li.) und Heinz Werhahn sorgen dafür, dass der Stuhl wieder steht. Foto: jli
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Johanna Lindermann Redakteurin zur Autorenseite
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Moderne Stühle, historische Stühle und alles Mögliche dazwischen, restauriert, auseinandergebaut oder als Rohling – in der Werkstatt des Stuhlmuseums Eimbeckhausen findet sich alles rund um das Sitzmöbel. Zwei Mal in der Woche reparieren Experten und angelernte Helfer gemeinsam kaputte Stuhlbeine, richten Löcher im Geflecht oder ersetzen zerschlissene Polster.

Auch ein wahrer Berg an Stuhl-Rohlingen wartet im Lager auf neue Besitzer, nach deren Wünschen sie mit vorhandenem oder auch mitgebrachten Stoffen bespannt und in der Lieblingsfarbe lackiert werden können. Beliebter sind allerdings nach wie vor die historisch anmutenden Exemplare. „Junge Menschen haben immer mehr Interesse an ‚Omas Stühlen‘“, weiß Kurt Fichtner aus dem Vorstand des Stuhlmuseums.

Ob nun Flechten, Polstern, Schleifen, Lackieren oder Leimen – die Freunde an ihrer Arbeit ist allen Teammitglieder anzumerken.

Aber bei so viel Leidenschaft und Sorgfalt bleibt die Zeit auf der Strecke – in einem einzigen Stuhl stecken mehrere Tage Arbeit. Das Team wünscht sich deshalb Verstärkung – Freiwillige mit Erfahrungen im Tischlern, Polstern oder Lackieren sind ebenso willkommen wie Neulinge. Auch Heinz Werhahn hatte am Anfang kaum Erfahrungen. Der pensionierte Beamte ist seit rund vier Jahren mit im Team. Die notwendigen Handgriffe habe er hier schnell gelernt. „Das Schöne am Arbeiten am Holz ist, dass man sieht, dass man was geschafft hat“, findet er.

Wer nun Lust bekommen hat, das Team zu verstärken, kann ohne Voranmeldung an den Werkstatttagen im Stuhlmuseum vorbeikommen: dienstags und mittwochs, jeweils von 9 bis 12 Uhr. Übrigens sind auch handwerkliche Künste anderer Art gefragt: Viele Hilfsarbeiten – im Garten, im Gebäude oder beim Vorbereiten der Holzarbeiten – erfordern keinerlei Vorkenntnisse. Außerdem sucht auch das Café Verstärkung für den Betrieb und das Kuchenbacken.



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