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Insolvente Awo Gesundheitsdienste: Wohl kein Verkauf als zusammenhängendes Unternehmen

Zerschlagung immer wahrscheinlicher

Bad Münder. Seit rund einem Monat gehören das Medizinische Versorgungszentrum und die ambulante Dialyseeinrichtung am Deisterhang nicht mehr zu den Arbeiterwohlfahrt Gesundheitsdiensten – als erste Einrichtungen wurden sie aus dem insolventen Unternehmen herausgekauft. Immer unwahrscheinlicher wird mit der Dauer der weiteren Verhandlungen aber auch, dass ein Bieter alle verbleibenden Einrichtungen übernehmen wird. In Mitarbeiterkreisen wird nach entsprechenden Informationen aus der Geschäftsleitung inzwischen mit der Zerschlagung des Gesamtunternehmens gerechnet.

veröffentlicht am 29.10.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:16 Uhr

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite
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Bislang waren die Arbeiterwohlfahrt Gesundheitsdienste eine feste Größe am Gesundheitsstandort Bad Münder. Sie gelten als größter Arbeitgeber der Stadt, betreiben ein Akutkrankenhaus mit 64 Betten, eine Rehaklinik mit 140 Zimmern und 180 Betten, eine Senioren- und Pflegeeinrichtung, einen ambulanten Pflegedienst, ein Hospiz, eine Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation, ein Fitnessstudio und eine Logistikgesellschaft – die Liste der Awo GSD-Einrichtungen ist auch nach dem Teilverkauf an DaVita noch lang. Dass sie so lang bleiben wird, erwartet kaum noch ein Mitarbeiter. Und auch Rechtsanwalt Dr. Rainer Eckert, Generalbevollmächtigter der Awo GSD, machte den Beschäftigten kürzlich wenig Hoffnung auf einen Verkauf als zusammenhängendes Unternehmen. Er wies darauf hin, dass der Konzern in seiner bisherigen Struktur nur historisch zu erklären sei.

1982 übernahmen die Awo-Tochter das Krankenhaus „Deisterhort“, 1994 wurde mit dem Bau der Rehaklinik begonnen. „Ein verhältnismäßig großes Sammelsurium verschiedener Einrichtungen“, fasste Eckert die Situation zusammen. Dass beispielsweise ein externes Fitnessstudio betrieben werde, sei für einen Klinikkonzern zumindest ungewöhnlich. Das „Vital“ gehört seit 2012 zur Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation, zuvor wurde es von der damals noch gemeinsamen Tochter von Stadt und Awo GSD, GeTour, betrieben.

Wichtig sei ihm, so Eckert, dass die einzelnen Einrichtungen erhalten bleiben, außerdem liege es in seinem Interesse, dass möglichst viele Einrichtungen, die zueinander gehören, beieinander belassen werden. „Es wird uns aber nicht gelingen, alle Positionen zusammenzuhalten“, kündigte er bereits an.

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