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Gremium in Eimbeckhausen lehnt Flächennutzungsplan mit Konzentrationszonen ab / Fehlende Höhenbeschränkung wird kritisiert

Windkraftpläne: Ortsrat stellt sich quer

Eimbeckhausen. Drei Ortsräte sollen zur Änderung des Flächennutzungsplanes Windenergie angehört werden, weil die vorgesehenen Konzentrationsflächen in ihrem Bereich liegen – und gleich der erste schert aus: In Eimbeckhausen wollen die Mitglieder das erarbeitete Papier nicht mittragen.

veröffentlicht am 04.02.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 09:23 Uhr

Autor:

Monika Werner und jens rathmann
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Kurios dabei: Der Ortsrat geht nicht davon aus, dass sein einstimmiger Beschluss Signalwirkung haben könnte und die 81. Änderung des Flächennutzungsplanes insgesamt ins Wanken bringt. Bereits seit zwei Jahren wird die Frage der Ausweisung von Flächen zur Windenergiegewinnung in Bad Münder intensiv diskutiert, morgen endet die Frist der öffentlichen Auslegung. Dabei geht es im aktuellen Verfahren darum, Konzentrationszonen für Windenergieanlagen festzulegen, um einem „Wildwuchs“ im Stadtgebiet vorzubeugen. Dem Ortsrat stellte Stadtplanerin Anika John den Entwicklungsprozess der Flächennutzungsplanänderung und die Ziele vor. Dabei wies sie auch darauf hin, dass ohne die Ausweisung von Flächen Windenergieanlagen im gesamten Stadtgebiet entstehen könnten.

Mit seiner Entscheidung wollen die Ortsratsmitglieder grundsätzliche Bedenken zum Ausdruck bringen. Insbesondere die zu erwartende Nabenhöhe der neuen Anlagen bereitet Sorgen, machte Ortsratsmitglied Gisela Hahne deutlich. Bereits die bestehenden zwei Anlagen mit 75 Meter Nabenhöhe seien weithin zu sehen und bildeten einen Einschnitt ins Landschaftsbild. Sollten nun noch zwei oder mehr erheblich höhere Anlagen dazukommen, so wären die Auswirkungen auf die Umgebung ebenfalls deutlich größer.

In der anschließenden öffentlichen Fragestunde wurden nochmals Bedenken zum Artenschutz geäußert, weil in dem betroffenen Gebiet Rotmilan und Schwarzstorch nisten sollen. Ebenso seien in der Planung eventuelle gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Infraschall unberücksichtigt geblieben.

Auch die Hinweise von John und Uwe-Peter Keil, Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses, dass mit der Ausweisung dieser Flächen noch kein Windrad stehe, sondern hierfür der Bebauungsplan entscheidend sei und weiterhin jeder einzelne Bau noch umweltrechtlich geprüft werden müsse, konnte die Bedenken nicht zerstreuen – auch nicht bei Ortsbürgermeister Karl-Heinz Bodtmann, der im Rat noch im Dezember für die Auslegung gestimmt hatte. „Die Ortsratsmitglieder haben massive Bedenken und fürchten einen Windpark mit Windkraftanlagen mit Nabenhöhen, die deutlich über denen der vorhandenen Windräder liegen. Ich habe meine Meinung geändert“, erklärte er auf Nachfrage dieser Zeitung. Als vor sechs Jahren über die beiden inzwischen gebauten Windkraftanlagen beraten wurde, habe der Ortsrat unter der Prämisse zugestimmt, dass die Nabenhöhe von 75 Metern nicht überschritten werde. Eine entsprechende Begrenzung sei im nun zu erwartenden Windpark nicht mehr möglich.

Neben einem Gebiet bei Eimbeckhausen an der Grenze zu Lauenau ist eine Fläche an der Grenze zu Springe (Domäne Dahle) und bei Flegessen an der Grenze zu Hameln vorgesehen. Dass dort ebenfalls ein einstimmiges Votum gegen den vorgestellten Flächennutzungsplan erfolgen wird, hält Flegessens Ortsbürgermeister Detlef Olejniczak für wenig wahrscheinlich. „Man muss dazu das Konzept insgesamt sehen, das durch die Festlegung auf bestimmte Flächen andere Flächen ausschließt“, sagt er. Der Entwurf sei ein Kompromiss. „Wenn wir uns dagegen aussprechen, könnte es sehr gut passieren, dass Windräder unterhalb von Klein Süntel gebaut werden – und das wäre das größere Übel“, sagt der Ortsbürgermeister.



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