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Experten wollen bei der nächsten Sitzung des Planungsausschusses eine Einschätzung abgeben

Wie viele Märkte verträgt die Stadt?

Bad Münder. Die Chancen für die Ansiedlung eines neuen Einkaufszentrums aus E-Center und Aldi an der Bahnhofstraße stehen schlecht. Bürgermeister Hartmut Büttner ist wenig angetan, die Grünen sehen keinen Bedarf, für die CDU und proBürger gibt es noch zu viele offene Fragen und die SPD möchte die Einschätzung des Landkreises abwarten und die Wirtschaftsvereinigung lehnt sie strikt ab. Das Thema Einzelhandel – ein zweiter Projektentwickler plant einen Aldi-Neubau auf dem Gelände des Autohauses Speckin an der Rahlmühler Straße – soll im Zentrum der nächsten Sitzung des Planungsausschusses am 19. Februar stehen. Eine erste Einschätzung werden Vertreter der Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie Jörg Heine von der Regionalplanung des Landkreises Hameln-Pyrmont abgeben.

veröffentlicht am 30.01.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:30 Uhr

Autor:

von mira colic
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Die Aufgabe von Heine besteht darin, zu prüfen, ob das Vorhaben der Investoren „standortgerecht“ ist. Bad Münder gilt als ein Unterzentrum. Der Experte erklärt die Bedeutung: „Es dient der Grundversorgung der Einwohner mit Produkten des täglichen Bedarfs.“ Im Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) des Landkreises aus dem Jahr 2001 heißt es dazu: „Die Standorte der Mittel- und Grundzentren haben innerhalb der Gemeinden zentralörtliche Funktionen zu übernehmen, sodass in allen Teilen des Landkreises die zentralen Einrichtungen entsprechend dem Bedarf in zumutbarer Entfernung erreichbar sind.“

Regionalplaner Heine betrachtet für eine Beurteilung die Kaufkraft der Gemeinde oder Kommune, „und welche Beeinträchtigung benachbarter Zen-tren eine Ansiedlung zur Folge hätte“. Denn laut RROP dürfen durch solche Projekte „ausgeglichene Versorgungsstrukturen nicht wesentlich beeinträchtigt werden“. Dazu gebe es regelmäßige Erhebungen über die Kreisgrenzen hinaus. Der Landkreis prüft auch, ob solche Projekte bezüglich Verkaufsflächen, Warensortiment und Angebotsstruktur der Versorgungsfunktion und dem jeweiligen Verflechtungsbereich des Ortes entsprechen. So sei es nicht das Gleiche, ob ein Vollsortimenter oder ein Discounter geplant werde. „Der Umsatz ist ein ganz anderer“, so Heine. Berücksichtigt werden müsse, wie viel ein neuer Markt bei anderen „wildere“ und wie hoch die Umsatzverteilung ausfalle. Doch eine Sache macht der Experte deutlich: „Erst muss sich die Stadt positionieren, ob sie eine solche Ansiedlung überhaupt befürwortet.“ Erst dann werde die Untere Landesbehörde aktiv.

Während Projektentwickler Wilfried Leder argumentiert, ein Vollsortimenter (Rewe) sei für eine Stadt wie Bad Münder mit rund 17 000 Einwohnern ungewöhnlich und bisher fließe die Kaufkraft eher noch nach Springe ab, widerspricht die Wirtschaftsvereinigung, die Umsatzrückgänge und Leerstände fürchtet. Bereits durch das Rohmelcenter hätten die Einzelhändler in der Altstadt mit Umsatzeinbußen zu kämpfen. Zudem sei ein Verdrängungskampf zwischen Rewe und Edeka zu befürchten.

Die Vertreter der IHK werden auf der Planungsausschusssitzung den Spagat leisten müssen, sowohl die Interessen der ansässigen Betriebe als auch jene der Investoren zu berücksichtigen.



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