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KGS veranstaltet Tag des Sehens / Nicole Beckmann berichtet aus ihrem Alltag als Blinde

Weil fernhören blöd klingt

Bad Münder. Fanny ist der Stargast beim Tag des Sehens in der Kooperativen Gesamtschule Bad Münder. Auch wenn der alten Hundedame dies gar nicht bewusst zu sein scheint, so entspannt, wie sie neben ihrem Frauchen Nicole Beckmann liegt. Aber Fanny ruht sich nur aus, ist ihr Arbeitsalltag als Blindenhund doch alles andere als eine Kleinigkeit, wie Beckmann den Kindern erzählt.

veröffentlicht am 21.11.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:36 Uhr

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Autor:

von mira colic
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Zum dritten Mal hatte die KGS einen ganzen Unterrichtstag der Fünft- und Sechstklässler dem Sehen gewidmet. Vier Stationen galt es den Tag über zu durchlaufen. „Das Projekt gehört bei uns zum fächerübergreifenden Lernen“, erklärt Koordinatorin Friederike Kunze. Die Kinder sollen für das Thema sensibilisiert werden, gleichzeitig aber auch lernen, wie das Auge funktioniert. Das erklärt den Schülern Biologielehrerin Kunze an einer Station. Für Bewegung zwischendurch ist in der Turnhalle ein Parcours aufgebaut, den die Kinder mit verschiedenen sichtverzerrenden Brillen oder komplett blind durchlaufen müssen.

Danach geht es weiter zur Blindenschrift, die die Kinder ganz schön schwierig finden. „Das sind ja nur Punkte“, wundert sich die zwölfjährige Alina, wie blinde Menschen so lesen können. Wie das geht, kann Beckmann ganz genau erklären. Sie ist schon immer stark sehbehindert gewesen, im Alter von 14 Jahren ist sie dann fast vollständig erblindet, „ganz grelle Farben kann ich noch erkennen“, erzählt sie. Und mit einer Lupenbrille könne sie sogar noch lesen, das sei jedoch sehr anstrengend für sie. Und natürlich schaue sie fern, „fernhören klingt einfach blöd.“

Eine große Hilfe im Leben ist ihr Fanny. Ihre Ausbildung hat bereits mit acht Wochen begonnen. Schließlich muss sich das Herrchen oder Frauchen hundertprozentig auf den Blindenhund verlassen können. „Wenn Fanny das Geschirr an hat, ist Rumtoben mit anderen Hunden tabu“, erklärt Beckmann. Aber natürlich habe sie auch mal „frei“ wie jeder andere Vierbeiner auch. Die Hündin weicht nicht nur Hindernissen auf der Straße aus, sondern achtet auch auf Gefahren in der Höhe. „Sie warnt mich vor niedrighängenden Markisen oder Ästen und führt mich darum herum.“ Das sei eine unheimliche Herausforderung, nicht alle Blindenhunde könnten das.



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