weather-image
14°
Malihe Papastefanou leitet seit mehr als einem Jahr die KGS – bald auch als Direktorin?

Wachsen mit der Herausforderung

Bad Münder. Für diese Aufgabe muss man brennen – und dabei höllisch aufpassen, sich nicht zu verbrennen. Malihe Papastefanou hat die Herausforderung angenommen, seit 15 Monaten leitet die 35-Jährige die Kooperative Gesamtschule Bad Münder. Kommissarisch noch, denn ihre Chancen stehen gut, dass ihr die Leitung auch ohne den Zusatz „komm.“ übertragen wird. Nach dem krankheitsbedingten Ausscheiden von Schulleiter Edgar Schulz im Februar 2014, dem „Gründungsvater“ der Schule, war sie die einzige Bewerberin auf den Posten, die notwendige Prüfung legte sie erfolgreich ab. Und sie hat sich in der täglichen Praxis bewährt.

veröffentlicht am 23.05.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 14:37 Uhr

270_008_7720168_lkbm1024_2205_Papastefanou_24.jpg
Jens

Autor

Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Dabei hatte sie, als sie im Oktober 2010 vom Ratsgymnasium Peine an die noch ganz junge KGS Bad Münder wechselte, keineswegs vor, sich für eine Schulleitung zu bewerben, keinen Karriereplan in der Tasche. „Das hatte ich nicht im Blick. Ich hätte nicht gesagt, dass ich das nie machen würde – aber so bald, damit war nicht zu rechnen“, erklärt sie. Was sie heute als Glücksfall sieht: In der Landesschulbehörde trauten die Verantwortlichen ihr die Aufgabe durchaus zu. Der bisherige stellvertretende Schulleiter Klemens Buchmann, auf dem Sprung nach Hamburg, unterstützte die didaktische Leiterin und auch der Familienrat daheim in Hannover gab grünes Licht für eine Bewerbung. „Ich habe zwei kleine Kinder, meine Mutter wohnt zwei Minuten von mir entfernt – dieser Job geht nur mit Oma-Unterstützung“, lacht sie.

Verändert hat sich ihr Aufgabengebiet mit der Schulleitung deutlich: „Ich unterrichte für einen Schulleiter noch relativ viel, manchmal würde ich gern noch mehr machen – aber mir macht auch die Leitung sehr viel Spaß.“ Deutsch und Biologie hat sie studiert und unterrichtet nun in diesen Fächern, juristisches und betriebswirtschaftliches Wissen wird mit der Leitung zusätzlich massiv abgefordert. Schließlich ähnelt die Verwaltung einer Schule heute in Teilen auch der Leitung eines mittelständischen Unternehmens. „Am Anfang war das eine sehr sehr große Herausforderung, ich habe aber schnell gemerkt, dass das zwar eine Herausforderung ist, aber kein Grund, in Panik zu verfallen.“ Entscheidungen, selbst unter Druck, bereiteten ihr keine Probleme. Auch die permanente Veränderung, das ständige Einbinden von Neuerungen von Inklusion bis Hochbegabtenförderung sei „sehr spannend“. Deutlich zugenommen hat die Verantwortlichkeit. Wo sie als didaktische Leiterin noch auf den Schulleiter verweisen konnte, muss sie nun selbst ran. 825 Schüler, ein 73-köpfiges Kollegium, Mitarbeiter in Haustechnik, Mensa und Sekretariat – Probleme, die zur Klärung anstehen, gibt es da genug, auch wenn Papastefanou das gute Miteinander und die hohe Kollegialität in der Schule betont.

Der gute Kontakt zu anderen Schulleitern, gerade zu den Einrichtungen in Hameln, Salzhemmendorf oder Springe, mit denen die KGS intensiv zusammenarbeite, sei außerdem sehr hilfreich. „Es gibt einen gut funktionierenden kleinen Dienstweg und viele Kollegen mit viel Erfahrung. Das empfinde ich als große Unterstützung“, sagt die 35-Jährige. Schließlich gelte die KGS in Bad Münder als neue Schule, als Schule im Umbruch: „Das weiß auch die Landesschulbehörde, und auch dort unterstützt man uns.“

Mit der aktuellen Schülerzahl ist die Leiterin sehr zufrieden, die KGS bewege sich am oberen Rand der Erwartungen. Engpässe gebe es noch nicht, aber jeder Raum werde genutzt. Mehr Schüler als zunächst erwartet kommen aus dem Umland – aus dem Schaumburger Raum, aus Springe, aber auch aus Hameln oder sogar aus Aerzen.

War es unter der Leitung von Edgar Schulz noch das Ziel, der Schule einen technischen Schwerpunkt zu geben, so hat sich diese Ausrichtung nach intensiver Diskussion inzwischen geändert. „Wir sind die einzige weiterführende Schule am Ort, wir müssen für alle etwas anbieten können, für alle Interessengebiete und Talente ansprechbar sein. Das geht nicht, wenn man sich nur auf eine Richtung festlegt.“ Inzwischen sei die Schule gut aufgestellt und könne für alle Bereiche Besonderheiten anbieten – entweder über den Wahlpflicht-Bereich oder über das „Drehtür“-Projekt, einer Begabtenförderung, in der in ganz unterschiedlichen Bereichen Schwerpunkte gesetzt werden. Papastefanou: „Ein so großes Kollegium bringt ja auch ganz viel mit – es wäre schade, geradezu Verschwendung, sich da einzuschränken.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare