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Unfall bei Bakede: Gericht erkennt auf fahrlässige Tötung und gefährliche Körperverletzung

Straßenwärter überfahren – Bewährung

BAKEDE. Im April 2017 ereignete sich zwischen Hamelspringe und Beber ein Verkehrsunfall: Ein 71-Jähriger aus einem münderschen Ortsteil war mit seinem Auto in eine Wanderbaustelle der Straßenmeisterei gefahren – ein 59-jähriger Mitarbeiter der Straßenmeisterei wurde getötet. Die gerichtliche Aufarbeitung hat begonnen.

veröffentlicht am 23.01.2018 um 06:00 Uhr

26. April 2017: Eine Polizistin sichert Spuren an der Unfallstelle. Kurz zuvor war der Audi in die Wanderbaustelle geprallt. Foto: JHR
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite
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Während über zivilrechtliche Klagen der Familie des Opfers – der Straßenwärter hinterlässt Ehefrau und zwei zum Zeitpunkt des Unfalls minderjährige Kinder – und der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr noch nicht entschieden ist, hat die strafrechtliche Befassung mit dem Unfall bereits stattgefunden. Der 71-Jährige hatte sich vor dem Amtsgericht Hameln zu verantworten, er wurde zu einer Freiheitsstraße von einem Jahr und sechs Monaten wegen fahrlässiger Tötung und gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Richterin Sabine Quak, Sprecherin des Amtsgerichts, erklärte, dass für das Urteil das Wissen des Angeklagten um seine Augenerkrankung eine große Rolle gespielt habe. Der Vorsitzende habe es als erwiesen angesehen, dass der Münderaner von seiner extremen Sehschwäche – auf beiden Augen gerade noch zehn Prozent Sehkraft – wusste. Ein Arzt hatte ihn darauf aufmerksam gemacht.

Der 71-Jährige setzte sich aber dennoch hinter das Steuer seines Audi A3. Am 26. April kam es dann zu dem folgenschweren Unfall. Der Mann fuhr von Hamelspringe in Richtung Bakede, erfasste gegen 10.30 Uhr an einem klaren, hellen Tag zunächst den älteren Mitarbeiter der Straßenmeisterei, der mit seinem 26-jährigen Kollegen damit beschäftigt war, Schäden auf der weit einsehbaren Fahrbahn zu beseitigen. Dazu hatten sie ihr Fahrzeug mit Anhänger auf der rechten Fahrspur abgestellt, auf dem Dach leuchteten große Warnleuchten und machten auf die Arbeiten aufmerksam. Die Mitarbeiter trugen orange Warnkleidung mit Reflexionsstreifen. Bei der Kollision mit dem Auto wurde der ältere Mitarbeiter der Straßenmeisterei gegen die Windschutzscheibe und dann rund 20 Meter weit auf den Asphalt geschleudert. Der Audi überrollte einen Fuß des jüngeren Mitarbeiters, bevor er mit großer Wucht zwischen Anhänger und Fahrzeug der Straßenwärter prallte. Für den 59-Jährigen kam jede Hilfe zu spät, er verstarb noch an der Unfallstelle.

Seinen Führerschein hatte der Angeklagte, der strafrechtlich bis dahin nicht in Erscheinung getreten war, bereits zurückgegeben. Der Entzug auf Lebenszeit wurde angeordnet, außerdem als Bewährungsauflage die Zahlung von 2400 Euro festgelegt.



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