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Keine Pläne, keine Investoren, keine Perspektive / Kritik von der CDU

Solebad vor dem Aus?

BAD MÜNDER. Die Zukunft des Solebewegungsbads ist gut zwei Jahre nach der plötzlichen Schließung unklarer als je zuvor. Während Bürgermeister Hartmut Büttner auf fehlende Investoren verweist und das Thema in einem größeren Zusammenhang sehen will, wirft die CDU dem Rathaus-Chef Untätigkeit vor.

veröffentlicht am 28.05.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 09:18 Uhr

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Autor:

VON CHRISTIAN ZETT
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Die Kreistagsabgeordneten der Christdemokraten machen heute Mittag unter Führung des münderschen Fraktionschefs Hans-Ulrich Siegmund Station am Bad im Kurmittelhaus. Der Besuch ist Teil der Fraktionsfahrt – und von Siegmund gezielt ausgewählt: Als Ratsherr hat er die Entwicklungen um das Solebad in den vergangenen Jahren verfolgt. Jetzt wolle man darauf aufmerksam machen, „dass sich hier nichts getan hat“.

Schon im Juli 2015 habe Büttner ein Zukunftskonzept mit einer möglichen Finanzierung für das marode Solebad vorlegen wollen: Bis auf ein paar „Ideenskizzen“ sei jedoch nichts passiert, kritisiert Siegmund. Nach der Reparatur und Wiedereröffnung im Jahr 2014 hatten Experten dem Bad noch drei Jahre gegeben – eine Frist, die langsam, aber sicher ausläuft.

Dass die Gespräche mit Landkreis und Land sowie die Suche nach Investoren bislang nichts eingebracht haben, räumt Büttner ein. Gerade erst habe man den Pächterwechsel von Solebad und Therapiezentrum durchführen müssen: Analog zur Deister-Süntel-Klinik gab es auch hier einen Wechsel von den ins Trudeln geratenen AWO-Gesundheitsdiensten zum neuen Investor aus München. Für die Stadt bleibt es bei etwa 50 000 Euro Betriebskosten im Jahr, die sie beisteuern muss.

Für Büttner steht die Wichtigkeit für den Gesundheitsstandort Bad Münder außer Frage. Trotzdem gelte es zu prüfen, wie sehr die öffentliche Hand ohne Investor und mit Steuergeldern in Bau und Betrieb eines neuen Bads einsteigen solle: „Es ist keine kommunale Pflichtaufgabe, so etwas zu betreiben.“

Das Bad und das durch ausgetretenes Salzwasser angegriffene Gebäude sei seit der Sanierung vor zwei Jahren bei regelmäßigen Prüfungen „unauffällig“, sagt Büttner. Doch ihm ist auch klar: Lange geht das nicht mehr gut. „Die Salze gehen aus dem Gebäude ja nicht mehr raus.“ Wie lange es dauert bis zur nächsten – dann vielleicht endgültigen – Schließung, sei schwer vorauszusagen.

So oder so: Büttner will das Thema „nicht isoliert betrachten“: Man sei etwa mit Blick auf Programme und Projekte wie das gerade aktualisierte „Tourismuskonzept Weserbergland 2020“, die „Gesundheitsregion Hameln-Pyrmont“, den Niedersächsischen Heilbäderverband und die Tourismuswerkstatt des Landes dabei, die „gesundheitstouristischen Potenziale“ Bad Münders herauszuarbeiten. In diesem Zusammenhang hoffe man weiter auch auf die Unterstützung bei Investitionen.

Mit Sorge verfolgt Büttner aber auch Beispiele aus anderen Orten: Er berichtet von Bad Laer bei Osnabrück, wo ein ebenfalls von der Kommune neu gebautes Solebad gerade im ersten Jahr ein Minus von mehr als einer Million Euro eingefahren hat. Auch deshalb seien „wirtschaftlich tragfähige Konzepte“ gefragt – auch mit Blick auf die Betriebskosten.

„Wir können das Thema nicht isoliert

angehen.

Hartmut Büttner Bürgermeister

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