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Käufer will aus ehemaliger Astrid-Lindgren-Schule Wohnungen machen und diese an den Landkreis vermieten

Nun doch Flüchtlingsunterkunft

Bad Münder. Eigentlich sollte die Nachricht nicht vor der entscheidenden Kreistagssitzung Mitte März, bei der der Verkauf offiziell gemacht werden soll, an die Öffentlichkeit dringen. Nun ist es doch schon vorher bekannt geworden: die ehemalige Astrid-Lindgren-Schule in Bad Münder wird zur Flüchtlingsunterkunft.

veröffentlicht am 25.02.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 09:20 Uhr

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Autor:

Mira Colic
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Ein privater Investor will den Komplex kaufen – und zu Wohnungen umbauen. Allerdings nur unter der Bedingung, dass er diese wiederum an den Landkreis vermietet, der dort Flüchtlinge unterbringen möchte. Vor diesem Hintergrund ist wohl auch die geringe Kaufsumme zu erklären, die deutlich unter dem Restbuchwert von 672 600 Euro liegt. Auf 240 000 Euro habe man sich letztlich geeinigt, erklärt Kreissprecherin Sandra Lummitsch auf Anfrage. Dennoch sei man zufrieden mit dem Geschäft, schließlich habe das Gebäude schon jahrelang leergestanden. Der letzte Interessent war, wie berichtet, abgesprungen, weil sich in dem Gebäude Schimmel gebildet haben sollte.

Bereits im November 2014 hatte der Landkreis der Stadt die Idee vorgestellt, die alte Schule als Unterkunft für Flüchtlinge zu nutzen. Etwa zehn Wohnungen für je drei bis fünf Personen sollen entstehen, heißt es. Die beiden ehemaligen Hausmeisterwohnungen waren bereits im vergangenen Jahr soweit hergerichtet worden, dass dort bereits Asylbewerber einziehen konnten. Bürgermeister Hartmut Büttner gibt zu, dass es dort Probleme gibt, Nachbarn sich beschwert haben, weil sich auf dem Gelände Müllberge türmen. Der Landkreis sei informiert und arbeite daran, das Problem zu beheben.

Unter diesen Voraussetzungen sei es umso mehr geboten, alle Münderaner, aber speziell die Anwohner in dem Bereich, frühzeitig über alle Entwicklungen zu informieren. Einen genauen Zeitplan kenne er nicht, so Büttner. Ob es im Vorfeld eine öffentliche Informationsveranstaltung geben soll, werde intern noch abgestimmt. „Wir wollen uns den Fragen und der Betroffenheit der Menschen stellen.“

Nach wie vor halte die Stadt jedoch an einer dezentralen Unterbringung der Flüchtlinge fest, dies habe laut Büttner „oberste Priorität“. Allerdings sei klar, dass Kapazitäten benötigt werden. Dieser Meinung ist auch CDU-Stadtverbandschef Hans-Ulrich Siegmund. Man dürfe sich aufgrund der anhaltend hohen Zuwanderungszahlen keine Illusionen machen, sondern müsse rechtzeitig für alle Eventualitäten planen. „Zwar sind wir in Bad Münder noch gut ausgestattet, was den Wohnraum betrifft, aber wer weiß, wie die Zahlen in der zweiten Jahreshälfte aussehen werden“, so Siegmund. Die Erstaufnahmeeinrichtung in Hameln sei ein Glücksfall, weil durch die Anrechnung der dort untergebrachten Menschen weniger auf die Kommunen verteilt werden. „Aus diesem Grund war es bei uns noch kein Thema, Turnhallen oder Dorfgemeinschaftshäuser zu Unterkünften umzufunktionieren.“

Er sieht bei der Astrid-Lindgren-Schule vor allem den Vorteil der zentralen Lage. Das Rohmelcenter und die Innenstadt seien fußläufig erreichbar, und die Bushaltestelle sei auch nicht weit entfernt. Auch der Unionsvertreter betrachtet es als Aufgabe der Stadt, die „Menschen zu integrieren und die Nachbarn mit ins Boot zu holen“.



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